In der Schweiz zeichnet sich ein möglicher Abschaltzeitpunkt für UKW ab. Dieser sei vom Umschaltprozess abhängig, welcher mit regionalen Unterschieden spätestens 2024 seinen Abschluss finden werde, teilte die Arbeitsgruppe DigiMig am 26. Mai in Bern mit. Die künftige Verbreitung von Radioprogrammen werde digital sein, mittelfristig löse DAB+ UKW als terrestrische Standardtechnologie ab, hieß es. Dies wurde an einem Informationstag über DAB+ erläutert, zu welchem die Arbeitsgruppe Digitale Migration (AG DigiMig) am 26. Mai die gesamte Radiobranche eingeladen hat.

Hintergrund DigiMig

Die AG DigiMig setzt sich zusammen aus Vertretern der SRG, des Verbandes Schweizer Privatradios (VSP), der Radios Régionales Romandes (RRR) und der Union der nicht-kommerziellen Radios (UNIKOM). Fachspezialisten des Bundesamtes für Kommunikation (BAKOM), der Swisscom Broadcast und des Automobilhandels nehmen aktiv an den Arbeiten teil. Die AG DigiMig hat sich zum Ziel gesetzt, für die ganze Radiobranche einen gemeinsamen Fahr- und Maßnahmenplan für die koordinierte Umstellung der Verbreitung von Radioprogrammen von UKW auf DAB+ zu entwickeln. Die Arbeitsgruppe beabsichtigt, bis Jahresende Bundesrätin Doris Leuthard ihren entsprechenden Bericht vorzulegen.

Autobranche für Gelingen des Migrationsprozesses besonders wichtig
Die Teilnehmer an diesem Informationstag wurden ausführlich über die verschiedenen Aspekte der Migration orientiert, namentlich über Fragen der Gesetzgebung und Regulierung, technische Rahmenbedingungen und die notwendigen Marketingmaßnahmen, um die Nutzung von DAB+ und den Verkauf von geeigneten Empfangsgeräten massiv zu fördern. Sie konnten ihre Fragen stellen und den vorgesehenen Prozess kommentieren. Eingeladen waren die Radiostationen der Schweiz und die Betreiber von terrestrischen Verbreitungsnetzwerken sowie Vertreter des Gerätehandels und der Autoindustrie, die in der bisherigen DigiMig-Arbeit einen Beitrag geleistet haben. Da 75 Prozent der Autofahrer Radio hören, ist der Beitrag dieser Branche für das Gelingen dieses Migrationsprozesses besonders wichtig.