Der Digitalradio-Start in Österreich ist einem Medienbericht zufolge in Gefahr. Nach dem größten österreichischen Privatradio Kronehit hat sich nach Informationen der Tageszeitung "Standard" auch der öffentlich-rechtliche Österreichische Rundfunk (ORF) aus dem geplanten Versuch mit DAB+ in Wien zurück gezogen. Als erste Konsequenz wurde der für Mitte April geplante Start des Betriebsversuchs nun zunächst auf Ende Mai verschoben. Nun wollen zwar noch 12 Privatradios mitmachen, ohne den ORF und Kronehit als Zugpferde dürfte die Einführung jedoch schwierig werden. Man sollte jedoch auch festhalten, dass sich beide zuvor immer wieder skeptisch zu DAB+ geäußert haben. Das aggressive Marketing gegen UKW hatte Kronehit zum Rückzug noch vor dem Start bewogen (SatelliFax berichtete). Vom ORF fehlt bisher eine Stellungnahme.

Österreich ist kein Einzelfall: Auch in Frankreich lehnen Radio France und alle großen Privatradios DAB+ als Technik ab, in Deutschland sind es vorrangig die großen Privatradios. Grund sind fast immer die fehlenden Refinanzierungsmöglichkeiten, hinzu kommt aber wohl auch die Furcht vor mehr Konkurrenz durch DAB+.