Nach vierjähriger Aufklärungsarbeit beim ARD/ZDF-Kinderkanal KiKA hat der federnführende Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) den bislang größten Betrugsskandal im öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu den Akten gelegt. Von 10 Millionen Euro Gesamtschaden habe der MDR bislang 2,3 Millionen Euro als Schadenersatz zurückholen können, erklärte die MDR-Intendantin Karola Wille am Montag, den 4. Mai, in ihrem Abschlussbericht auf der Sitzung des Rundfunkrates in Leipzig. Sie hoffe, dass diese Summe noch größer werde. Insgesamt seien gegen 20 Personen innerhalb und außerhalb des Senders Ermittlungsverfahren geführt worden.

Einige der Beteiligten seien inzwischen rechtskräftig verurteilt worden. Als Hauptverantwortlicher war der frühere Herstellungsleiter des KiKA zu insgesamt sechs Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Der einstige KiKA-Manager hatte in seiner Spielsucht über Scheinrechnungen jahrelang Millionen an Gebührengeldern abgezweigt und verzockt.