Die ESA hat die Verträge mit Airbus Safran Launchers (ASL), der französischen Raumfahrtagentur CNES und ELV über die Entwicklung des neuen Trägers Ariane-6 und seiner Startanlage und die Weiterentwicklung ihrer derzeitigen kleinen Trägerrakete zur Ausführung Vega-C unterzeichnet. Das teilte die Europäische Weltraumorganisation (ESA) am 25. August mit.
Die in der ESA-Hauptverwaltung unterzeichneten Verträge erstrecken sich auf sämtliche Entwicklungsarbeiten an der Ariane-6 und ihrer Startanlage im Hinblick auf den Jungfernflug im Jahr 2020 und an der Vega-C, die 2018 erstmals starten soll.
„Diese Verträge werden die Entwicklung einer Familie europäischer Träger ermöglichen, die auf dem Weltmarkt äußerst wettbewerbsfähig sind und den Mitgliedstaaten der ESA einen Zugang zum Weltraum zu voll wettbewerbsfähigen Preisen garantieren“, meinte ESA-Generaldirektor Jan Wörner. „Sie stehen für eine bedeutende Veränderung der Lenkungsstruktur im europäischen Trägersektor: Die Industrie handelt als für den Entwurf verantwortliche Stelle und übernimmt die volle Verantwortung für die Entwicklung und den Einsatz der Träger, und sie verpflichtet sich, diese der ESA und den anderen institutionellen europäischen Akteuren zu festgelegten wettbewerbsfähigen Preisen zu liefern.“
Die ESA überwacht die Beschaffung und die Architektur des Startsystems als Ganzes, während die Industrie – mit ASL als Hauptauftragnehmer und für den Entwurf verantwortliche Stelle für die Ariane-6 und ELV in derselben Funktion für die Vega-C – die Trägerraketen entwickelt.
Bei der Feststoffantriebsstufe P120C, die bei der Vega-C als Erststufe und bei der Ariane-6 als Zusatzrakete zum Einsatz kommen wird, arbeiten ASL und ELV eng zusammen.
Das modulare Konzept der Ariane sieht je nach erforderlicher Leistung die Verwendung von zwei (Ariane-62) bzw. vier (Ariane-64) Zusatzraketen vor.
Standort der Startanlage für Ariane-6 in Kourou (Französisch-Guayana)
Der Standort der Startanlage für die Ariane-6 an Europas Raumflughafen in Kourou in Französisch-Guayana wurde ausgewählt, und der Hauptauftragnehmer – das CNES – führt bereits Aushubarbeiten durch. Zu dem neuen Komplex werden auch Anlagen für die Vorbereitung der Träger gehören.
Die drei Verträge sind die Folge des auf der Ministerratstagung der ESA im Dezember 2014 in Luxemburg gefassten Beschlusses, Europas Führungsposition auf dem sich rasch wandelnden Markt für kommerzielle Startdienste zu behaupten und gleichzeitig den Bedarf institutioneller europäischer Missionen zu decken.
„Mit der Unterzeichnung dieser Verträge stellen wir die Weichen für den Bau einer neuen Trägerfamilie mit gemeinsamen Baugruppen – ganz im Sinne der auf der Ministerratstagung 2014 gefassten Beschlüsse und des dort festgelegten Zeitplans“, sagte Gaele Winters, der ESA-Direktor für Raumfahrzeugträger.
Unterzeichnet wurden die Verträge von Winters, dem Präsidenten des CNES, Jean-Yves Le Gall, dem Vorstandsvorsitzenden und Präsidenten von ASL, Alain Charmeau, und dem Vorstandsvorsitzenden von ELV, Pierluigi Pirrelli.
Das jeweilige Auftragsvolumen beläuft sich auf 2,4 Mrd. Euro für die Ariane-6 (ASL), 600 Mio. Euro für die Startanlage (CNES) und 395 Mio. Euro für die Vega-C (ELV).




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