Zehn Millionen verkaufte Exemplare machten "Gomorrha" zu einem Weltbesteller. Doch dieser Erfolg hat einen hohen Preis: Denn so schonungslos der Journalist und Autor Roberto Saviano in seinem Werk mit den Machenschaften des Mafiasyndikats Camorra abrechnet, so sehr schwebt er genau aus diesem Grund nun in ständiger Lebensgefahr. Und trotzdem oder vielleicht sogar gerade deshalb wirkte Saviano nicht nur als Drehbuchautor beim Film aus dem Jahr 2008 mit, sondern zuletzt auch bei der gleichnamigen Serie (Staffel eins ab 7. Oktober, jeweils Mittwoch in Doppelfolgen ab ca. 23.05 Uhr in ORF 2). Die italienische Produktion, die allein in ihrem Heimatland 1,2 Millionen Zuseherinnen und Zuseher vor die Bildschirme lockte, wirft einen unmittelbaren und authentischen Blick auf die italienische Mafia -und ist gleichzeitig so absurd und schockierend wie kaum ein fiktives Drehbuch. Doch "Alles, was man in der Serie sieht, ist wirklich so passiert", versichert Saviano. Fernab glorifizierter Macho-Mafiosi à la Hollywood fängt Regisseur Sollima unglamouröse, trostlose Bilder ein, die trotz der Gefahr durch die dortigen Mafiaclans an Originalschauplätzen in Neapel gedreht worden sind. Vor der Kamera standen u. a. Marco D’Amore, Fortunato Cerlino, Salvio Esposito und Maria Pia Calzone. Eine zweite Staffel ist bereits abgedreht. Vor dem Serienstart von "Gomorrha" zeigt das "Weltjournal" - präsentiert von Cornelia Vospernik - um 22.30 Uhr die Reportage "Mexiko - brutaler Drogenkrieg".

Weltjournal: "Mexiko - brutaler Drogenkrieg" (Mittwoch, 7. Oktober, 22.30 Uhr, ORF 2)
Wer durch die Straßen der mexikanischen Grenzstadt Nuevo Laredo fährt, sieht viele schwarze Trauerschleifen an den Häusern: Die Stadt ist nicht nur Drehscheibe für den Güterverkehr in die USA, sondern auch Umschlagplatz für den Drogenhandel, der in Mexiko jedes Jahr Tausende Menschen das Leben kostet. Das "Weltjournal" zeigt, wie skrupellos rivalisierende Drogenkartelle in Mexiko vorgehen und wie sie Kinder und Jugendliche für ihre kriminellen Geschäfte rekrutieren und als Auftragskiller missbrauchen. "Abdrücken ist einfach, doch danach ist alles anders. Ab dann klebt Blut an deinen Händen", erzählt ein junger Mann, der schon als 13-Jähriger für die Drogenmafia töten musste.

"Gomorrha" - Mehr zum Inhalt der Auftaktfolgen

"Der Unsterbliche" (Mittwoch, 7. Oktober, 23.05 Uhr, ORF 2)
Um seine Familie ernähren zu können, hat sich der 30-jährige Ciro (Marco D’Amore), wie viele andere in Neapels Problemviertel Scampia auch, der Mafia angeschlossen. Im Auftrag von Clanchef Pietro Savastano (Cerlino Fortunato) begeht er als Mann fürs Grobe tagtäglich Kapitalverbrechen - stets im vollen Bewusstsein, dass ihn jede Straftat zugleich selbst das Leben kosten kann. Als Ciro gemeinsam mit seinem väterlichen Freund Attilio einem aufmüpfigen Rivalen Don Pietros eine schmerzhafte Lektion erteilt, zeigt sich, wie schwierig es selbst für einen erfahrenen Patron wie Pietro ist, die zerstörerischen Kräfte in Balance zu halten.

"Das erste Mal" (Mittwoch, 7. Oktober, 23.55 Uhr, ORF 2)
Die Polizei beschlagnahmt im Hafen Neapels eine große Menge Drogen. Da die Beamten kaum suchen mussten, steht für Mafiaboss Pietro Savastano (Cerlino Fortunato) außer Frage, dass es unter seinen Leuten einen Verräter gibt. Dem nicht genug, sorgt Pietros Sohn Gennaro (Salvatore Esposito) durch unreife Allüren für Aufruhr auf den Straßen. Pietro ist gezwungen, hart durchzugreifen, und droht der Polizei in die Hände zu fallen. Um sein Lebenswerk zu sichern, beauftragt er Ciro (Marco D’Amore), Gennaro eine Tat verüben zu lassen, die zeigen soll, ob sein Sohn trotz seiner Jugend bereits in der Lage ist, in seine Fußstapfen zu treten.

"Gomorrha" ist auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Live-Stream abrufbar.