Die ORF-TVthek wird künftig komplett in HD angeboten, kündigte der ORF am 13. November an. Bereits Ende Februar 2016 sollen alle vier ORF-Kanäle in HD-Qualität abrufbar sein. Zudem soll das Angebot persönlicher werden, außerdem sollen Sendungen künftig schneller online gestellt werden, wie ORF-Online-Hauptabteilungsleiter Thomas Prantner in einer Publikumsratssitzung am 11. November berichtete. Geplant sind außerdem weitere Videoarchive, eine verstärkte Verschränkung von Text und Video und eine eigene Teletext-App, kündigte der ORF an.

Die Umstellung der ORFthek in HD beginnt am 16. November, dem 6. Jahrestag der TVthek. Das gelte übrigens für alle Plattformen - also etwa auch für Tablets und für Live und Video on Demand. Nur bei den Bundesländersendungen dauere es aus technischen Gründen ein bisschen länger, hieß es.

Für das erste Halbjahr 2016 seien noch zwei weitere Neuerungen geplant, die im besten Fall bis zur Fußballeuropameisterschaft fertiggestellt sein sollen. Dass Sendungen schneller online gehen, sei ein „lang gehegter Wunsch des Publikums“, meinte der Online-Chef. Derzeit dauere es zwischen einer halben und einer ganzen Stunde bis Sendungen abrufbar sind. „Die Situation war unbefriedigend“, so Prantner - deshalb wird das Content Management System umgestellt. „ZiB“-Sendungen werden noch während der Ausstrahlung parallel online gestellt, Serien sind sofort nach Ende des Formats abrufbar.

TVthek persönlicher machen

Künftig wird es auch möglich sein, die TVthek persönlicher zu machen. Einzelne Sendungen oder Themen können getaggt werden. Beiträge zu diesem Thema landen dann automatisch in einem „persönlichen Container“. Zudem können Nutzer sich Beiträge und Sendungen merken.

Geplant sind für 2016 auch weitere Videoarchive: Unter anderem sollen die Videozusammenstellungen zu den einzelnen Bundesländern komplettiert werden. Zudem wird das Archiv „Österreichs Zeitzeugen“ kreiert, in dem alle Zeitzeugeninterviews in einem Archiv, alphabetisch geordnet und mit Suchfunktion ausgestattet, untergebracht werden sollen. Dieses soll etwa im Mai 2016 fertig werden.

ORF plant eigene Teletext-App

Für alle Freunde des Teletexts, dessen mobile Abrufe laut Prantner im Steigen begriffen sind, gibt es ebenfalls gute Nachrichten: Der ORF plant eine eigene Teletext-App. Die ORF-Radios sollen ebenfalls mit neuen Apps ausgestattet, die Themenapps etwa zu Fußball, Ski oder Wahlen fortgeführt werden. Grundsätzlich will Prantner die Verschränkung zwischen Textangeboten und Videos verstärken: So sollen etwa mehr Videos, etwa „ZiB“-Beiträge in die „regulären“ Online-Kanäle des ORF wie z.B. ORF.at eingebettet werden. Zudem soll das Livestreamangebot - etwa von Pressekonferenzen und Veranstaltungen - ausgebaut werden.

Daneben diskutierte der Publikumsrat am Mittwoch, den 11. November, über den ORF-Kundenservice und wie Daten und Erkenntnisse der rund 950.000 telefonischen Kundenkontakte pro Jahr künftig besser genutzt werden können. Das Gremium empfahl, dass die Markt- und Meinungsforschung ein Verfahren entwickelt, mit dem „sich die Kundenkontakte für die Unternehmens- und Programmentwicklung nutzen lassen“. Der Kundendienst sei jedoch kein Instrument der Marktforschung, betonte ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz. Dennoch müsse sich der Kontakt mit den Kunden weiterentwickeln - denn der verlagere sich zunehmend in Social Media. Dafür müsse man neue Verfahren entwickeln.

Auch eine Publikumssendung - ähnlich dem „ARD Check“ des Ersten, bei dem sich die Intendanten der ARD den Fragen der Zuschauer stellten - sei denkbar. Allerdings wies Wrabetz darauf hin, dass der „ARD Check ein quotentechnischer „Flop“ gewesen sei. Der Publikumsrat sprach sich zudem für ein quantitatives und qualitatives Inhaltsmonitoring für den zukünftigen trimedialen Newsroom am Küniglberg und mehr Programm in den Volksgruppensprachen aus - zweiterer Forderung versprach Fernsehdirektorin Kathrin Zechner nachzugehen.