Nach mehr als 70 Jahren kehrt Engelbert Humperdincks „Hänsel und Gretel“ an die Wiener Staatsoper zurück: Am 19. November 2015 feiert die Neuproduktion der zuletzt 1944 im Haus am Ring gespielten Oper, die auf dem berühmten Märchen der Gebrüder Grimm basiert, ihre Premiere. Der ORF zeichnet die von Christian Thielemann dirigierte zauberhafte Inszenierung des britischen Regisseurs Adrian Noble auf und zeigt sie zu Weihnachten im Rahmen einer „matinee“ am Sonntag, dem 27. Dezember, um 9.05 Uhr in ORF 2. Ö1 bringt die Premierenaufzeichnung der dreiaktigen Oper bereits am Samstag, dem 21. November, um 19.30 Uhr.
Der ORF produziert die TV-Aufzeichnung – eine Koproduktion mit UNITEL und ARTE – mit insgesamt neun Kameras. Als Bildregisseurin fungiert Agnes Méth, die für den ORF zuletzt die Live-Übertragung des Konzerts der Wiener Philharmoniker mit Riccardo Muti und Anne-Sophie Mutter bei den Salzburger Festspielen 2015 verantwortete. Barbara Rett moderiert die Aufzeichnung. Ergänzend zur Neuproduktion von „Hänsel und Gretel“ bringt ORF III am 24. Dezember, um 8.15 Uhr, eine Opernverfilmung aus dem Jahr 1981 mit Edita Gruberova, Brigitte Fassbaender. Hermann Prey, Helga Dernesch und Sena Jurinac. Es spielen die Wiener Philharmoniker unter der Leitung von Sir Georg Solti.
ORF-Fernsehdirektorin Kathrin Zechner: „Für viele junge Menschen oft die erste Begegnung mit der klassischen Opernwelt“
„Es gibt Opernwerke, die traditionell aus dem Jahreszyklus nicht wegzudenken sind. ‚Hänsel und Gretel‘ zur Adventzeit ist eines davon“, sagt ORF-Fernsehdirektorin Mag. Kathrin Zechner und erinnert an frühe Opernerlebnisse. „Für viele junge Menschen war und ist ‚Hänsel und Gretel‘ oft die erste Begegnung mit der klassischen Opernwelt. Dass wir in unserer langjährigen Partnerschaft mit der Wiener Staatsoper die Neuinszenierung des seit der Wiederöffnung 1955 erstmals im Haus am Ring gespielten Werks auch unserem TV-Publikum zu Weihnachten präsentieren können, unterstreicht die Kunst- und Kulturkompetenz des ORF sowie unser Engagement in diesem für den ORF wichtigen Bereich. Danke an alle Sängerinnen und Sänger sowie den Kolleginnen und Kollegen der Staatsoper und der Redaktion des ORF, die diese Opernaufführung für unser TV-Publikum möglich machen“, so Zechner.
Zum Werk bzw. zur Neuproduktion
Die bedeutendsten Komponisten-Dirigenten wie Gustav Mahler oder Richard Strauss haben sich mit Begeisterung für Aufführungen von Engelbert Humperdincks „Hänsel und Gretel“ eingesetzt – Strauss hat sogar die Uraufführung in Weimar im Jahr 1893 geleitet. Kein Wunder, gehört doch das Werk, dessen Musik Kinder ebenso in den Bann zieht wie Erwachsene, zu den wesentlichen Schöpfungen des Musiktheaters. Humperdinck, der ursprünglich eine einfache Oper mit gesprochenem Text und Volksliedmelodien schreiben wollte, hat es meisterhaft verstanden, die Einflüsse Richard Wagners mit Anklängen an die frühromantische Operntradition und volksliedhaften Komponenten zu vereinen.
Und auch an der Wiener Staatsoper kann „Hänsel und Gretel“ auf eine lange Aufführungstradition zurückblicken. Doch zuletzt wurde das Werk dort am 30. März 1944 gespielt. Im Volksoperngebäude, das als Ausweichquartier für das im Zweiten Weltkrieg stark beschädigte Haus am Ring diente, wurde „Hänsel und Gretel“ als Staatsopernproduktion zum letzten Mal 1958 gegeben.
Die Titelpartien in der Neuproduktion singen Daniela Sindram (Hänsel) und Ileana Tonca (Gretel). Adrian Eröd und Janina Baechle verkörpern die Eltern Peter und Gertrud, Michaela Schuster die Knusperhexe. Als Sand- bzw. Taumännchen ist Annika Gerhards zu sehen bzw. hören. Auf der Bühne stehen außerdem Kinder der Opernschule sowie Studierende der Ballettakademie der Wiener Staatsoper. Es spielt das Staatsopernorchester.




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