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Thread: ARD will Xavier Naidoo zum ESC für Deutschland schicken

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    ARD will Xavier Naidoo zum ESC für Deutschland schicken

    Der deutsche Teilnehmer am kommenden Eurovision Song Contest (ESC) steht fest. Xavier Naidoo soll bei dem internationalen Liederwettbewerb für Deutschland antreten. Damit dürfen die Zuschauer demnach bei der Show „Unser Song für Xavier“ am 18. Februar nur noch über den Song abstimmen, mit dem der Künstler ins Rennen gehen soll.

    „Ich hab richtig Lust auf den ESC! Dieser völkerverbindende Wettbewerb ist für mich etwas ganz Besonderes. Und klar, ich trete an, um das Ding nach Hause zu holen“, wurde Naidoo auf der Seite eurovision.de zitiert. Zuerst hatte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ/19.11.2015) darüber berichtet.

    „Ich verspreche, so schön und so gut zu singen wie noch nie in meinem Leben. Ich will in den drei Minuten auf der Bühne zeigen, dass wir auch in Deutschland Musik mit Leidenschaft machen. Und zeigen, wofür ich stehe - für Liebe, Freiheit, Toleranz und Miteinander“, sagte Naidoo weiter.

    ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber sagte, Naidoo sei ein Ausnahmekünstler, der seit zwanzig Jahren seinen Platz im deutschen Musikleben habe. Deshalb sei er direkt nominiert worden. „Wir bitten die besten Produzenten und Komponisten Deutschlands, für Xavier zu schreiben.“ 2015 war Deutschland mit null Punkten auf dem letzten Platz gelandet.

    ARD ändert Konzept

    Die ARD ändert damit ihr Konzept. Bisher gab es einen Wettbewerb, aus dem der deutsche ESC-Kandidat hervorging. Vergangenes Mal hatte Sieger Andreas Kümmert die Wahl nicht angenommen, so dass die zweitplatzierte Ann-Sophie in Österreich antrat.

    Xavier Naidoo hat seine Alben in Deutschland millionenfach verkauft. Mit „Dieser Weg“ lieferte Xavier Naidoo 2006 den Hit zum Fußball-Sommermärchen. Den Echo bekam er sechs Mal, zuletzt in diesem Jahr. Derzeit ist Naidoo mit den Söhnen Mannheims anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der Band auf Tour.

    Mehrfach sorgte der Mannheimer mit indischen und afrikanischen Wurzeln für politische Diskussionen - etwa, als er am Tag der Deutschen Einheit vor den rechtspopulistischen sogenannten Reichsbürgern sprach, die Deutschland nicht als souveränen Staat anerkennen. 2011 hatte er ARD-Morgenmagazin erklärt: „Wir sind nicht frei. Wir sind immer noch ein besetztes Land.“

    Das nächste Finale findet im Mai 2016 in Stockholm statt, nachdem der Schwede Måns Zelmerlöw dieses Jahr mit seinem Song „Heroes“ gewonnen hatte.

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  3. #2
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    Starke Proteste gegen ARD-Entscheidung

    Die ARD hat laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" ihre Entscheidung verteidigt, Xavier Naidoo als Vertreter Deutschlands zum Eurovision Song Contest 2016 in Stockholm zu schicken. Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber hätte in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa) gesagt, den ARD-Verantwortlichen sei klar gewesen, dass Naidoo polarisiere.

    "Die Frage ist, ob alle Hassäußerungen, die es in den sozialen Netzwerken gibt, eine sachliche Grundlage haben. Zu den einzelnen Vorwürfen: Xavier Naidoo steht für Toleranz allen Lebensentwürfen gegenüber, die es in dieser Republik gibt", so Schreiber gegenüber der dpa.

    Dem Sänger aus Mannheim werden laut "Süddeutscher" Homophobie, Antisemitismus und ein Hang zu Verschwörungstheorien vorgeworfen. Das sieht auch der Lesben- und Schwulenverband Deutschlands (LSVD) so, der die ARD-Entscheidung als "äußerst kritisch" bezeichnete. Im Netz formiere sich zudem ein massiver Widerstand, eine Anti-Naidoo-ESC-Petition habe bereits knapp 4000 Unterstützer unterzeichnet.

  4. #3
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    Xavier Naidoo fährt nicht zum ESC nach Stockholm

    Xavier Naidoo wird im kommenden Jahr nicht beim Eurovision Song Contest (ESC) in Stockholm für Deutschland singen. Der NDR hat am Samstag seinen entsprechenden Vorschlag zurückgezogen.

    Thomas Schreiber, ARD-Unterhaltungskoordinator und Leiter des Programmbereichs Fiktion und Unterhaltung im NDR: "Xavier Naidoo ist ein herausragender Sänger, der nach meiner Überzeugung weder Rassist noch homophob ist. Es war klar, dass er polarisiert, aber die Wucht der Reaktionen hat uns überrascht. Wir haben das falsch eingeschätzt. Der Eurovision Song Contest ist ein fröhliches Event, bei dem die Musik und die Völkerverständigung im Mittelpunkt stehen sollen. Dieser Charakter muss unbedingt erhalten bleiben. Die laufenden Diskussionen könnten dem ESC ernsthaft schaden. Aus diesem Grund wird Xavier Naidoo nicht für Deutschland starten. So schnell wie möglich werden wir entscheiden, wie der deutsche Beitrag für den ESC in Stockholm gefunden wird."

  5. #4
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    ARD kritisiert NDR für Naidoo-Nominierung

    Kurz nach der Nominierung von Xavier Naidoo für den Eurovision Song Contest 2016 revidierte die ARD diese Entscheidung, weil sie durch die anschließende Diskussion ernsthaften Schaden für den Wettbewerb fürchtete. Geschadet hat die Kandidatur und deren Rückzug aber auch der ARD, die nun auch aus den eigenen Reihen Kritik für den Alleingang erntet.

    Im letzten Jahr belegte die deutsche Vertreterin beim Eurovision Song Contest den letzten Platz, diesen Jahr sollte Deutschland dagegen ganz vorne mitspielen. Doch nun entwickelt sich die Suche nach einem geeigneten Kandidaten zum Desaster. Schon kurz nach der Nominierung von Xavier Naidoo für den ESC 2016 folgte dessen Absetzung: Ein Vorgehen, für das der Norddeutsche Rundfunk (NDR), der bei der ARD für den ESC verantwortlich ist, nun heftig kritisiert wird. Und die Kritik kommt dabei auch aus den eigenen Reihen. Volker Herres, Programmdirektor der ARD, wirft dem NDR bei der konkurrenzlosen Nominierung von Naidoo einen Alleingang vor. "Ich hätte es begrüßt, wenn diese Diskussion ARD-intern hätte geführt werden können, bevor mit der Nominierung Fakten geschaffen wurden", erklärte Herres in der "Welt am Sonntag". "So ist das alles sehr unglücklich gelaufen."

    Der Programmchef des Senderverbundes stellte dabei klar, dass die Entscheidung, Naidoo 2016 für Deutschland beim ESC antreten zu lassen, ohne dass er vorher durch ein Zuschauervoting dazu auserkoren wurde, alleine vom NDR getroffen wurde. Herres selbst distanzierte sich von der Entscheidung für den Sänger und verwies auf dessen politische Äußerungen, die seiner Meinung nach eine Debatte in den einzelnen Anstalten des Senderverbundes erfordert hätten. "Xavier Naidoo hat mehrfach Äußerungen getätigt, die man nicht gutheißen kann und missbilligen muss", so Herres.

    Nach der überraschenden Nominierung von Naidoo für den ESC hatte es in den sozialen Median heftige Kritik für die ARD und den NRD im Speziellen gehagelt. In den vorangegangenen Jahren war über den deutschen ESC-Vertreter immer in einem Song Contest entschieden wurden. Den wegen politischer Äußerungen umstrittenen Sänger Naidoo hatte der NDR dagegen ohne einen solche Publikumsentscheidung eingesetzt und wollte ihn 2016 nach Schweden schicken. Nachdem der NDR beim Einsetzen der Proteste zunächst noch an seiner Entscheidung festhielt, zog er diese am Samstag plötzlich wieder zurück. In einer Presseerklärung begründete der NDR diesen Schritt mit der "Wucht der Reaktionen", wodurch der Sender ernsthaften Schaden für den Musikwettbewerb fürchtete.

    Naidoo selbst erklärte nach der ESC-Absage, weiter machen zu wollen. "Meine Leidenschaft für die Musik und mein Einsatz für Liebe, Freiheit, Toleranz und Miteinander wird hierdurch nicht gebremst", schrieb er in einer schriftlichen Stellungnahme und betonte dabei, dass der NDR einseitig entschieden habe, seine Nominierung zurückzuziehen.

    Wer nun statt Naidoo im Mai 2016 beim ESC singen wird - und wie diese Entscheidung getroffen werden soll - dafür ist nun wieder der NDR zuständig. Thomas Schreiber, ARD-Unterhaltungskoordinator und Leiter des Programmbereichs Fiktion und Unterhaltung im NDR erklärte dazu: "So schnell wie möglich werden wir entscheiden, wie der deutsche Beitrag für den ESC in Stockholm gefunden wird."

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