Rund 8,6 Milliarden Euro Umsatz erwartet die Consumer Electronics-Branche (CE) in Deutschland im Weihnachtsgeschäft. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einer Steigerung um 0,5 Prozent. Erfahrungsgemäß trägt das letzte Quartal, speziell um die Weihnachtszeit und den Jahreswechsel, über 30 Prozent zum Jahresumsatz bei. Hans-Joachim Kamp, Aufsichtsratsvorsitzender der gfu Consumer & Home Electronics GmbH zu den Geschäftserwartungen: „Nach Umsatzrückgängen in den ersten drei Quartalen des Jahres erwarten wir im letzten Quartal 2015 einen leicht höheren Umsatz als im Vorjahr. Als Weihnachtsgeschenke sind Consumer Electronics-Produkte aufgrund ihrer vielseitigen Nutzungsmöglichkeiten und der innovativen Technik sehr beliebt. Entsprechend stehen sie auch 2015 auf der Wunschliste für Weihnachtsgeschenke ganz oben.“

Besonders nachgefragt sind aktuell TV-Geräte mit Bilddiagonalen über 37 Zoll (94 cm), vernetzbare Audio-Anlagen und Komponenten, Soundbars, Bluetooth-Lautsprecher, Actioncams, Smartphones sowie Zubehörprodukte wie Kopfhörer. Gestützt wird die Erwartung durch das anhaltend gute Konsumklima und die speziell in der Weihnachtszeit hohe Anschaffungsneigung in Deutschland.

4. Quartal bei TV-Geräten besser als 2014
Mit einer Absatzprognose von rund sieben Millionen Fernsehgeräten für das Gesamtjahr 2015 in Deutschland liegt dieser Bereich 2015 mehr als zehn Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Verschiebung hin zu Bilddiagonalen größer als 37 Zoll hat allerdings zur Folge, dass der prognostizierte Umsatzrückgang nur bei CA. sechs Prozent liegen wird. Entsprechend steigt der Durchschnittspreis aller verkauften TV-Geräte um 8,7 Prozent auf über 600 Euro. Die Produktgruppe der TV-Geräte mit Bilddiagonale über 54 Zoll (137 cm) stellt inzwischen mit 36 Prozent den größten Umsatzanteil bei TV-Geräten. Die Ergebnisse einer gfu-Studie zur Jahresmitte untermauern dies: 41 Prozent der Deutschen geben an, dass ein größerer Bildschirm der Hauptgrund für eine TV-Neuanschaffung ist. So wollen inzwischen 41 Prozent der Deutschen ein Gerät mit einer Bilddiagonale größer als 48 Zoll, also 122 Zentimetern, anschaffen. Neun Prozent der Kaufwilligen wollen sogar in ein Gerät mit mehr als 65 Zoll, also einer Bilddiagonale von mehr als 165 Zentimetern investieren.
Steigen wird auch die Zahl der verkauften UHDTV-Geräte. Hier erwartet die gfu einen Absatz von rund einer Million Stück, nach 200.000 Stück im Vorjahr. Bereits rund 79 Prozent des Umsatzes entfallen auf die vielseitigen Smart-TVs mit Internetanschluss. Die gfu-Studie bestätigt die hohe Zufriedenheit, denn insgesamt sind Smart TVs bei den tatsächlichen Nutzern extrem beliebt. In Deutschland würden 98 Prozent der Smart TV-Benutzer Freunden und Verwandten bei einer Neuanschaffung zum Kauf eines Smart TVs raten.

Soundbars und vernetzbare Komponenten liegen im Trend
Die positive Entwicklung des Vorjahrs setzen die Bereiche Lautsprecher und vernetzbare Audiosysteme fort. Soundbars und Sounddecks sorgen mit rund 216 Millionen Euro für eine Umsatzsteigerung um 14 Prozent. Vernetzte Musiksysteme legen 2015 voraussichtlich um 45 Prozent auf rund 625.000 Geräte zu. Besonders interessant: Hier steigen auch die Durchschnittspreise, denn das entsprechende Umsatzwachstum wird sogar auf 53 Prozent geschätzt – in absoluten Zahlen: auf 165 Millionen Euro.

Mobile Mediennutzung weiterhin gefragt
Die mobile Mediennutzung sorgt für weiter steigende Umsätze, insbesondere bei Smartphones. Diese Produktgruppe wird zu den Umsatzrennern im Weihnachtsgeschäft gehören. Mit einem Absatz von knapp acht Millionen Smartphones im letzten Quartal erreichen diese Geräte neue Rekordabsätze, so die Einschätzung der gfu. Dies zieht auch steigende Absätze von Kopfhörern und Bluetooth-/Docking-Lautsprechern nach sich. Hier werden für das letzte Quartal mehr als 3,2 Millionen verkaufte Kopfhörer sowie 880.000 verkaufte Bluetooth-/Docking-Lautsprecher erwartet. Vielseitig einsetzbare Camcorder und Actioncams beleben den Markt mit einer Absatzprognose von 755.000 Stück (+ 14 %) im Gesamtjahr, rund 225.000 davon werden für das Weihnachtsgeschäft erwartet.

Neues Segment: Smart Wearables und Smart Watches
Die zunehmende Vernetzung des Alltags schließt immer mehr den Fitness- und Gesundheitsbereich mit ein. Smart Watches, also Uhren, die neben der Zeit auch unterwegs Daten anzeigen, die bisher das Smartphone geliefert hat, aber besonders sogenannte Smart Wearables, wie Fitnesstracker, Pulsmesser, Schrittzähler oder vernetzte Gesundheitsgeräte, sind zwar erst in einem kleinen Teil der Haushalte vorhanden, doch nahezu 20 Prozent der Konsumenten haben eine Kaufabsicht für diese neue Produktkategorie, so ein weiteres Ergebnis der gfu-Studie Mitte des Jahres. Die Studie zeigte zudem eine hohe Aufgeschlossenheit bei den Konsumenten, denn grundsätzlich stehen die Befragten vernetzten Gesundheitsprodukten mehrheitlich positiv gegenüber. Für das Jahr 2015 rechnet die gfu mit rund 1,6 Millionen verkauften Wearables.

Stabile Entwicklung für 2016 erwartet
„Unsere Branche wird sich dank ihrer Innovationskraft und ihrer Dynamik weiterhin auf einem hohen Umsatzniveau im Bereich von 27 Milliarden Euro bewegen. Die Konsumenten investieren gern in Consumer Electronics-Produkte, speziell zur mobilen Mediennutzung und für smarte Produkte für die die Vernetzung zuhause. Für das Jahr 2016 rechnen wir zudem, speziell im Segment der TV-Geräte, mit Impulsen durch die Fußball-Europameisterschaft“, erklärt Hans-Joachim Kamp abschließend.