Auch in Polen soll es künftig einen Rundfunkbeitrag geben, den nach deutschem Vorbild alle Haushalte zu zahlen haben wer. Die polnische Regierung hat die Höhe auf umgerechnet 2,35 Euro festgelegt. Die Verteilung der Gelder werde der neu zu gründende Nationale Medienrat vornehmen, wie Krzysztof Czabański, Staatssekretär im Ministerium für Kultur und Nationalerbe mitteilt.

Das Ministerium will sich dagegen beim Thema Digitaliserung des Hörfunks noch nicht festlegen, möglicherweise könnte das Thema ad acta gelegt werden und Polen wie Schweden an UKW festhalten. Czabański sieht für einen Umstieg auf DAB+ keine Chance im Nachbarland: "Als langjähriges Mitglied des Programmrats von Polskie Radio stört mich die Umsetzung der Digitalisierung des Hörfunks. Dafür werden Unmengen von Geldern veranschlagt, nur die öffentliche Wahrnehmung ist gering. Die Hörer besitzen keine Digitalempfänger. Es gibt keinen Anreiz neue Empfänger zu kaufen, weil das UKW-Signal ausreichend gut ist". Die Privatradios wollen den Umstieg auf DAB+ verhindern und haben zu diesem Zweck sogar eine Werbekampagne für einen Fortbestand von UKW und gegen DAB+ in Printmedien gestartet.