Zu Zehntausenden strömen Flüchtlinge aus den Kriegs- und Krisengebieten der Welt nach Europa. Deutschland steht dabei als Wunschziel ganz oben. Der Themenabend auf ARD-alpha am Freitag, 11. Dezember 2015, blickt in verschiedenen Dokumentationen und einem alpha-Forum auf persönliche Erlebnisse hinter den Flüchtlingszahlen.
Freitag, 11. Dezember 2015, 20.15 Uhr
Leaving Greece – Fluchtpunkt Griechenland
Dokumentarfilm, Deutschland 2013
Regie: Anna Brass
Sehr viele Flüchtlinge ohne gültige Papiere kommen über die Ägäis nach Europa, landen also zuerst in Griechenland. Und sehr viele wollen von da aus weiter, obwohl sie laut „Dublin II“-Regelung in keinem anderen Land Asyl beantragen dürfen als an ihrer ersten Station auf EU-Boden. Filmemacherin Anna Brass, 2012 ausgezeichnet mit dem Förderpreis des FilmFernsehFonds Bayern, hat für ihre Dokumentation zwei Jahre lang drei Jugendliche begleitet, die als Teenager aus Afghanistan geflohen sind: unter anderem in ihrer Unterkunft auf der Insel Lesbos und bei ihren Versuchen, durch das Aufspringen auf Lkw oder über teuer bezahlte Schlepper weiter nach Westeuropa zu kommen. Drei Freunde, in deren Leben Fluchtversuche, Angst, Verfolgung und Polizeiübergriffe Alltag sind.
Obwohl die Grenzen scharf bewacht werden und die Behörden äußerst hart gegen Flüchtlinge vorgehen, versuchen Hossein, Reza und Kaka bereits im dritten Jahr, das krisengebeutelte und überforderte Griechenland zu verlassen. Reza will zu seinem Bruder nach Österreich, Hossein zu seiner schwangeren deutschen Freundin nach Berlin und Kaka einfach nur weg. Mehrfach haben es die Jugendlichen schon geschafft und wurden wieder nach Griechenland zurückgeschickt.
Brass‘ Film erzählt mit eindringlicher Nähe und bedrückender Authentizität vom Kampf, dem Fluchtpunkt Griechenland zu entkommen und dokumentiert damit auch die menschlichen Dramen hinter der europäischen Asylpolitik.
Freitag, 11. Dezember 2015, 21.35 Uhr
Brückenschlag: Zweite Chance in neuer Heimat
Dokumentation, Deutschland 2014
Turi Omari aus Afghanistan und Hamud El Amlah aus Syrien sind ohne Eltern nach Deutschland gekommen. Die beiden jugendlichen Flüchtlinge bemühen sich nach traumatischen Erlebnissen, hier ein Leben aufzubauen, das in ihrer Heimat nicht mehr möglich ist. Während Turi in Nürnberg schon erste Hürden genommen hat, steht Hamud in München noch ganz am Anfang. Der Film plädiert für einen differenzierteren Blick auf Menschen, die unsere Hilfe brauchen.
Hamud El Amlah aus Syrien in der Dokumentation "Brückenschlag" © BR/Heike Hilterscheid
Freitag, 11. Dezember 2015, 22.05 Uhr
alpha-Forum: Jürgen Soyer
Gespräch 2015
Jürgen Soyer ist seit 2012 Geschäftsführer von REFUGIO München. Das Beratungs- und Behandlungszentrum für Flüchtlinge und Folteropfer wurde 1994 gegründet und bietet unter anderem Psychotherapie und Sozialberatung für Flüchtlinge und Folteropfer an. Mit Moderatorin Corinna Spies spricht Soyer im alpha-Forum über Vorurteile gegenüber Neuankömmlingen, sachliche Information und sinnvolle Betreuung.
Freitag, 11. Dezember 2015, 22.50 Uhr
Land in Sicht
Dokumentation, Deutschland 2015
Aufgebrochen in der Hoffnung auf ein besseres Leben, sind Farid aus dem Iran und Brian aus Kamerun in einem Asylbewerberheim in der brandenburgischen Provinz gestrandet. Solange ihr Asylantrag geprüft wird, bleibt ihnen die Teilnahme am Alltagsleben außerhalb des Heims größtenteils verwehrt. Die beiden geben die Hoffnung aber nicht auf und suchen nach Wegen hinein in die deutsche Gesellschaft. Auf der Suche nach Kontakten, Bildung, Beschäftigung, Freundschaft, Liebe und dem heiß ersehnten Bleiberecht prallen ihre Vorstellungen von Deutschland täglich mit den Einstellungen der Einheimischen aufeinander. So erzählen ihre Erfahrungen und Erlebnisse auch davon, wie Integration in Deutschland momentan abläuft – und was dabei schiefgehen kann.




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