Der israelische Satellitenbetreiber Spacecom hat den Verlust des Kommunikationssatelliten Amos 5 bestätigt. Das berichtet das israelische Wirtschaftsmagazin „Globes“. Spacecom ist es seit dem 21. November nicht gelungen, mit dem Orbiter Kontakt aufzubauen. Man habe trotz sorgfältiger Untersuchungen der Telemetriedaten keinen Grund für die Ursache der Anomalie des Satelliten gefunden, hieß es. Nun gibt das israelische Unternehmen den Satelliten auf und stellt bei der Versicherung Anspruch auf 158 Millionen US-Dollar Entschädigung für den Ausfall des Satelliten.

Bereits im November 2013 Leistungsprobleme

Bereits im November 2013 stellte der Satellitenbetreiber Leistungsprobleme des Amos-5 Satelliten fest, die aber zwischenzeitlich gelöst waren.

Deutsche DTH-Plattformen betroffen

Amos 5 wurde Ende 2011 in den Orbit befördert und bot seither über die Orbitalposition 17° Ost verschiedene Kommunikationsdienstleistungen für den afrikanischen Kontinent, darunter Breitbandinternet-Dienste sowie Dienste für den Satellitendirektempfang. Einer der betroffenen DTH-Plattformen ist das deutsche Unternehmen Satelio, welches über den Satelliten eine Reihe deutschsprachiger TV-Sender anbietet.

Amos 6 Launch im Februar 2016 geplant

Laut Angaben des Satellitenbetreibers ist Ende Februar 2016 der Start des Satelliten Amos 6 geplant. Der neue Weltraumapparat wird allerdings auf der Orbitalposition 4° West stationiert. Mit Spacecom hat der der französische Satellitenbetreiber Eutelsat ein Mietabkommen für Ka-Band Kapazitäten auf dem neuen Orbiter vereinbart. Mit diesen Kapazitäten will das Unternehmen ab Ende 2016 Breitbanddienste in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara anbieten.

Facebook für Afrika mit Amos 6

Zudem plant Zuckerbergs Facebook zusammen mit Eutelsat über einen neuen Satelliten den Aufbau eines Systems zur schnellen Internetversorgung in afrikanischen Ländern südlich der Sahara. Die beiden Unternehmen haben eine entsprechende partnerschaftliche Initiative vereinbart, um mit Satellitentechnik mehr Afrikaner Online zu bringen.

Für Facebook ist dieses Satellitensystem eines von vielen technischen Investments, um kostengünstige Breitbandzugänge für bisher nicht angeschlossene Bevölkerungsteile bereitzustellen. Facebook plant dabei die Zusammenarbeit mit lokalen Partnern in Afrika, um Satelliten- und terrestrische Kapazitäten für Dienste in abgelegenen Gebieten einzusetzen. „Die Mission von Facebook ist es, die Welt zu verbinden und wir sind davon überzeugt, dass Satelliten eine wichtige Rolle spielen, um wesentliche Barrieren zu beseitigen, die bisher der Anbindung von Menschen in Afrika im Wege standen“, sagte Chris Daniels, VP der Internet.org. „Wir freuen uns auf die Partnerschaft mit Eutelsat bei diesem Projekt und untersuchen neue Wege, um Satelliten für die Anbindung der Bevölkerung in den entlegensten Regionen der Welt noch effizienter zu nutzen.” Michel de Rosen, Eutelsat Chairman und CEO, sagte: „Wir freuen uns über diese Gelegenheit, die Entwicklung unserer Breitbandstrategie beschleunigen zu können und über die Partnerschaft mit Facebook bei dieser neue Initiative, in Afrika Breitbandzugänge bereitzustellen. Eutelsat’s ausgewiesene Erfolgsbilanz beim Betrieb von High Throughput Satellitensystemen gewährleistet, dass wir einfach zugängliche und robuste Lösungen bereitstellen, damit mehr Nutzer Online gehen können und zum Teil der Informationsgesellschaft werden.”