Der europäische Kultursender „ARTE“ unterbricht die Zusammenarbeit mit dem polnischen öffentlich-rechtlichen TV-Sender TVP. Infolge des am 31. Dezember 2015 in Polen verabschiedeten Gesetzes über die öffentlich-rechtlichen Medien habe ARTE entschieden, die vertraglichen Beziehungen mit TVP bis auf Weiteres auszusetzen, teilte der Sender am 29. Januar mit.
Solange ARTE nicht die Gewissheit habe, dass die Meinungsfreiheit, die redaktionelle Vielfalt sowie die Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Fernsehens in Polen gewährleistet sind, werde der Sender keine neuen Koproduktionen beginnen, hieß es.
„Wir bedauern sehr, diese Entscheidung treffen zu müssen, da unserem Sender die Beziehung mit Polen besonders wichtig ist“, unterstrichen Peter Boudgoust, Präsident, und Anne Durupty, Vizepräsidentin von ARTE, in einem Brief an den TVP-Intendanten Jacek Kurski. „Wir hoffen, in den nächsten Monaten wieder enger mit TVP zusammenarbeiten zu können“.
Zwischen TVP und ARTE besteht seit 2001 ein Assoziierungsabkommen, das die Grundlage für eine fruchtbare Kooperation zwischen den beiden Sendern, u.a. dank regelmäßiger Programmkoproduktionen, darstellt.
Auswahl an Programmen mit polnischen Untertiteln geplant
ARTE plant zudem zum Herbst 2016, eine Auswahl an Programmen mit polnischen Untertiteln anzubieten. „ARTE po polsku“ wird die bestehenden Angebote „ARTE in English“ und „ARTE en español“ ergänzen, die dank einer Kofinanzierung durch die Europäische Union seit Herbst 2015 auf der Webseite abgerufen werden können.
Gemäß seines Auftrags, in Europa qualitativ hochwertige Programme zu produzieren und zu verbreiten, ist ARTE seit seiner Gründung Partnerschaften mit zahlreichen öffentlich-rechtlichen Sendern eingegangen: RTBF (Belgien), ORF (Österreich), CT (Tschechische Republik) sowie SSR – SRG (Schweiz), YLE (Finnland) und ERT (Griechenland).




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