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Thread: Geld-Missbrauch: ORF-Betriebsrat empört

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    Geld-Missbrauch: ORF-Betriebsrat empört

    Wie am Montag bekannt wurde, hat die ORF-Revision einen Fehlbetrag von rund 30.000 Euro festgestellt. Ein Mitarbeiter hatte eine größere Summe für einen Wehrschütz-Einsatz behoben, nur ein kleiner Teil kam an. Der ORF hat deshalb die Staatsanwaltschaft informiert.

    „Ich habe mich als Büroleiter von Belgrad und Kiew ebenso stets völlig korrekt verhalten wie meine beiden Mitarbeiterinnen“, erklärte Wehrschütz Montagabend gegenüber der APA. „Der Ordnung halber weise ich darauf hin, dass ich für das Korrespondentenbüro in Wien und dessen Leitung nicht zuständig bin“, so Wehrschütz. Das in der Generaldirektion unter ORF-Chef Alexander Wrabetz angesiedelte Büro der Auslandskorrespondenten wird seit Mai 2010 vom bekannten ORF-Journalisten Roland Adrowitzer geleitet.

    Empört reagierte unterdessen ORF-Zentralbetriebsratsobmann Gerhard Moser. „Wir, die ORF-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter sind stinksauer. Während im gesamten Unternehmen weiterhin eingespart wird, hören und lesen wir von Skandalen, die sich tatsächlich gewaschen haben. Die 30.000 Euro, um die es hier angeblich gehen soll, bedeuten den Gehalt von Vollzeit- bis Teilzeit-Angestellten per anno“, erklärte Moser gegenüber der APA.

    „Ohne irgendwelchen Ermittlungen in dieser höchst unappetitlichen Causa vorgreifen zu wollen, die letztlich Verantwortlichen dafür sind für mich der Chef des Korrespondentenbüros und sein Vorgesetzter, der vom ORF gut abgefertigt jetzt in Bayern werkt.“ Moser meinte damit Adrowitzer und den zum Bayerischen Rundfunk (BR) gewechselten früheren ORF-Personalchef Reinhard Scolik. Der neue BR-Fernsehdirektor erhielt anlässlich seines Wechsels eine Abfertigung und einen Handshake in Höhe von rund einer Million Euro.

    Die Entwendung der ORF-Gelder im zentralen Korrespondentenbüro war am Montag durch einen Bericht des „Standard“ bekannt geworden. Konkret geht es dabei um Bargeld, das eigentlich für den Einsatz in Krisen- und Kriegsgebieten benötigt wird. Jener Mitarbeiter, der den Fehlbetrag von 30.000 Euro behoben haben soll, wurde inzwischen dienstfrei gestellt.

    Der ORF kündigte am Montag umfangreiche interne und rechtliche Maßnahmen an, um den Sachverhalt zu klären. „Auf Basis der Ergebnisse der internen Revision wird auch die Staatsanwaltschaft eingeschaltet, um in weiterer Folge allfällige dienstrechtliche Konsequenzen zu ziehen und allenfalls Schadenersatzansprüche geltend zu machen“, hieß es aus dem Sender. Darüber hinaus wird im ORF derzeit auch der Vorwurf der falschen Belegabrechnungen im Korrespondentenbüro geprüft.

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    Scolik weist Mitverantwortung in ORF-Affäre von sich

    Laut interner ORF-Revision sind im ORF-Korrespondentenbüro in Wien rund 30.000 Euro verschwunden, die eigentlich an den Osteuropa-Korrespondenten Christian Wehrschütz gehen sollten. Der ORF wird deshalb die Staatsanwaltschaft einschalten.

    ORF-Finanzdirektor Richard Grasl stellte sich in der Causa vor Korrespondentenbüroleiter Roland Adrowitzer und den früheren Personalchef Reinhard Scolik und warnte vor öffentlichen Beschuldigungen, solange der Sachverhalt nicht aufgeklärt ist. „Die Sache wurde von der Kaufmännischen Direktion ans Licht gebracht, die Regeln wurden bereits verschärft. Alle arbeiten an der Aufklärung mit“, meinte Grasl.

    ORF-Zentralbetriebsratsobmann Gerhard Moser hatte zuvor Adrowitzer und Scolik wegen der Vorgänge in die Verantwortung genommen. „Kein Mensch hat den Kaufmännischen Direktor daran gehindert, die Frage der Verrechnung in den Korrespondentenbüros zu klären“, meinte Moser zu Grasls Aussagen. „Offensichtlich hat Grasl das Problem noch nicht erkannt. Der Kaufmännische Direktor soll sich mit der Klärung befassen und sich endlich um das kümmern, was seine Aufgabe ist, nämlich die Finanzen“, sagte Moser.

    Zahlungen an die Büros Belgrad und Kiew gestoppt
    Reinhard Scolik, seit März Fernsehdirektor beim Bayerischen Rundfunk und zuletzt langjähriger Personalchef im ORF, wies unterdessen jegliche Mitverantwortung für die verschwundene Geldsumme von sich. Er selbst habe die Prüfung des Falles eingeleitet. „Nachdem Unregelmäßigkeiten aufgefallen sind, wurden von Scolik alle Zahlungen an die Büros Belgrad und Kiew gestoppt. Die Buchhaltung hat in der Folge das Fehlen von 30.000 festgestellt, worauf Scolik eine Prüfung des Falles eingeleitet hat, die die Basis für die Anzeige eines Mitarbeiters durch den ORF ist, und auch sonst alle Schritte gesetzt, damit der Fall umfassend geklärt wird. Ihm jetzt eine Verantwortung am Fehlen des Geldes zu unterstellen ist absurd“, hieß es aus dem Umfeld des ehemaligen ORF-Managers.

    Die Entwendung der ORF-Gelder im zentralen Korrespondentenbüro, das der Generaldirektion von ORF-Chef Alexander Wrabetz unterstellt ist, war Anfang der Woche bekannt geworden. Konkret geht es dabei um Bargeld, das eigentlich für den Einsatz in Krisen- und Kriegsgebieten benötigt wird. Jener Mitarbeiter, der den Fehlbetrag von 30.000 Euro behoben haben soll, wurde inzwischen dienstfrei gestellt. Osteuropa-Korrespondent Christian Wehrschütz, für dessen Einsatz in der Ukraine und am Balkan das Geld bestimmt wer, betonte bereits am Montag, dass er sich als Büroleiter von Belgrad und Kiew „stets völlig korrekt verhalten“ habe. Für das Korrespondentenbüro in Wien sei er nicht zuständig. Der ORF kündigte in der Causa umfangreiche interne und rechtliche Maßnahmen an, um den Sachverhalt zu klären. Wrabetz selbst nahm bisher zu den Vorfällen nicht Stellung.

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