Der tschechische Präsident Milos Zeman hat sich für die Verstaatlichung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens ausgesprochen. Seiner Ansicht nach soll der Sender CT nicht durch Gebühren, sondern aus dem Staatshaushalt finanziert werden, zitiert die Zeitung „Pravo“ (12. Mai) den 71-Jährigen. Derzeit sei das CT-Programm „Sprachrohr einer einzigen politischen Partei“, der konservativen TOP09, kritisierte Zeman.

CT-Intendant Petr Dvorak wies die Kritik zurück: „Das Modell eines Staatsfernsehens passt nicht nach Tschechien oder Europa, sondern hat seinen Ursprung irgendwo viel weiter im Osten.“ Seine Mitarbeiter zählten nach: Vertreter besagter TOP09-Partei kamen in einem halben Jahr demnach auf 1445 Äußerungen, Sozialdemokraten und die Protestpartei ANO auf jeweils mehr als 3000.

Deutliche Worte fand der TOP09-Vorsitzende Miroslav Kalousek: Der Präsident und sein Umfeld wünschten sich weder eine pluralistische Demokratie noch Meinungsfreiheit. Eine Vorzugsbehandlung stritt er ab, im Gegenteil: „Ich beiße mir oft vor Wut auf verschiedene Körperteile, wenn ich die Fernsehnachrichten verfolge.“