Am 31. Mai beginnt in Deutschland der Generationswechsel des Antennenfernsehens: Ergänzend zum bisherigen Standard DVB-T geht DVB-T2 HD an den Start. Die neue Technik ist dem bisherigen Übertragungsverfahren deutlich überlegen. So erlaubt sie in Deutschland erstmals auch Ausstrahlungen in HD-Qualität. In 18 Ballungsräumen startet das neue terrestrische HDTV mit einem Sender-Multiplex aus sechs öffentlich-rechtlichen und privaten Programmen – dem Ersten und dem ZDF, ProSieben, Sat.1, RTL und Vox. Hierzu wurden bereits 36 Senderstandorte umgerüstet. Wo das neue Angebot zu empfangen ist, zeigt eine Landkarte, die im Internet zum Download bereitsteht (siehe Link unten).
„Wir freuen uns, dass DVB-T2 HD rechtzeitig vor dem Beginn der Fußball-Europameister-schaft startet“, begrüßt Hans-Joachim Kamp, Aufsichtsratsvorsitzender der gfu Consumer & Home Electronics GmbH, die Einführung der neuen Übertragungstechnik. „So kann man in den Empfangsgebieten die schönsten Tore auf der Terrasse oder im Garten genießen – in HDTV-Qualität und ganz ohne umständliche Verbindung zum Kabel-Anschluss oder zur Satellitenschüssel.“

Vom Frühjahr 2017 an wollen die Netzbetreiber und Sender das DVB-T2-Angebot weiter ausbauen – auf bis zu 40 HDTV-Programme. Die bisherige DVB-T-Ausstrahlung wird dann Schritt für Schritt durch DVB-T2 HD ersetzt. Bis zum Sommer 2019 schließen die öffentlich-rechtlichen Programme den Umstieg in der Fläche ab.


Die neue Generation des Antennenfernsehens bietet im Vergleich zum herkömmlichen DVB-T größere Reichweiten und kann im selben Frequenzspektrum höhere Datenraten transportieren. Weiterer Gewinn an Übertragungskapazität resultiert aus einer neuen Video-Kodierung: Die Programme werden nach dem Standard HEVC aufbereitet, der die bewegten Bilder fast viermal so effizient kodiert wie das für DVB-T verwendete Verfahren MPEG-2.

Daraus ergeben sich neue Anforderungen an die Empfangsgeräte: Sie müssen nicht nur über ein Empfangsteil für DVB-T2 verfügen, sondern auch HEVC unterstützen. Auf viele Ultra-HD-Fernseher der jüngsten Generation trifft beides schon zu, denn HEVC ist auch der Kompressionsstandard von Ultra-HD-Fernsehprogrammen. Für Sicherheit beim Gerätekauf sorgt ein neues, grünes Logo, das einen stilisierten Bildschirm und den Schriftzug „DVB-T2 HD“ zeigt. Ältere Geräte werden mit einer geeigneten Set-Top-Box DVB-T2 HD-tüchtig. Auch sie sind an dem grünen Logo zu erkennen. Und noch ein weiteres Detail ist wichtig: Die HD-Programme der Senderfamilien um ProSieben, Sat.1, RTL und andere werden verschlüsselt ausgestrahlt und unter der Marke freenetTV vermarktet. Wer sie empfangen möchte, braucht dazu ein Gerät, das die Sendungen entweder mit seiner eingebauten Elektronik entschlüsseln kann oder über einen speziellen Steckplatz nach dem Standard CI Plus verfügt. Hier lässt sich dann ein Modul einstecken, das freenetTV geeignet ist – Module sollen rechtzeitig zum DVB-T2-Start im Handel verfügbar sein. Bis zum Frühjahr 2017 wird der Empfang der privaten HDTV-Programme über DVB-T2 kostenlos sein, danach wollen die Sender eine Service-Pauschale erheben, vergleichbar mit der Satellitenplattform HD+.

Welche Fernsehgeräte und Set-Top-Boxen für DVB-T2 HD zertifiziert sind, zeigt eine Übersicht auf der Webseite der Deutschen TV-Plattform (siehe Link).

Link zur Geräteliste:
http://www.tv-plattform.de/de/dvb-t2-hd-geraeteliste

Karte der Empfangsgebiete zum Download:
http://www.dvb-t2hd.de/downloads