Das letzte TV-Duell zwischen Norbert Hofer und Alexander Van der Bellen hat hohe Wellen geschlagen. Moderatorin Ingrid Thurnher konfrontierte Hofer in der Sendung mit seinen früheren Aussagen, dass bei seiner Israel-Reise neben ihm eine schwer bewaffnete Frau erschossen wurde. Auf Sendung sah es so aus, als würde Hofer lügen: Ein Polizeisprecher bestätigte gegenüber dem ORF, dass es keinen entsprechenden Vorfall gegeben habe. Später stellte sich heraus: Eine Frau wurde an- nicht erschossen. Die von Hofer ins Spiel gebrachten Handgranaten und Maschinenpistolen gab es nicht.

Nun hat sich ORF-Chefredakteur Fritz Dittlbacher in einem Interview mit dem „Kurier“ zu Wort gemeldet. Er sagt: „Wir haben eine Unvollständigkeit auf Sendung gebracht, das bedaure ich.“ Man habe sich bemüht, diese Vollständigkeit vor einem „zumindest genauso großen Publikum wieder herzustellen“. In der an das TV-Duell anschließenden „ZiB 2“ stellte Moderator Armin Wolf die Sache korrekt dar. Dennoch geriet der ORF in die Kritik, weil man Hofer zunächst als Lügner aussehen ließ.

Von einem Fehler will Dittlbacher aber nicht sprechen. „Wir haben das nachrecherchiert, was Herr Hofer über diesen Vorfall erzählt hat. Es ist immer schwierig, etwas zu recherchieren, das nicht stattgefunden hat.“ Die im Anschluss vor allem im Netz erfolgten Beleidigungen gegen Ingrid Thurnher kann Dittlbacher nicht nachvollziehen. „Ich halte das für vollkommen untragbar.“ Man habe bereits die ORF-Rechtsabteilung eingeschaltet. „Aber auch die FPÖ hat hier eine andere Linie in ihren Social Media-Auftritten angekündigt und auch schon durchgeführt. Derartige Angriffe in diesem halböffentlichen Bereich hinterlassen schon Spuren. Im Internet für alle lesbar herabgewürdigt und beschimpft zu werden, lässt niemanden unbeeindruckt. Eine Abrüstung der Worte würde ich sehr unterstützen.“