Die Task Force der „Plattform Frauen im ORF“ vergibt seit 2013 jährlich den Preis „Lila Limette“ an ORF Produktionen, die im Hinblick auf gender-sensible Berichterstattung Defizite aufweisen. Es handelt sich um einen ORF internen Preis, der vor allem zur Qualitätssteigerung beitragen soll, die interne Diskussion anregen und eine gendergerechte, journalistische Verantwortung stärken soll.
Eine externe Jury bestehend aus Mag.a Sandra Konstatzky, Gleichbehandlungsanwaltschaft, Mag.a Ingrid Moritz, Leiterin der Abteilung Frauen und Familie in der Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien und Mag. Norbert Pauser, Diversity & Inclusion Experte, bewerten die eingereichten Beiträge.
Für 2015 wurden am 30.5.2016 im Beisein der Preisträger zwei „Lila Limetten“ vergeben.
Der Fernsehpreis geht an die ORF Produktion „Nacht des Sports“ vom 29.10.2015, 20.15 Uhr, ORF eins.
Hauptabteilung: Mag. Hans-Peter Trost
Auszug aus der Jurybegründung:
„Auch wenn sich kein vordergründiger Sexismus findet, werden trotzdem nach wie vor gängige Geschlechterstereotypen transportiert. In einer genauen Analyse wurden Gender-Gaps aufgedeckt. So waren in der Sendung 66% Männer im Vergleich zu 34% Frauen präsent. Der Preis „Sportlerin des Jahres“ wurde an den Beginn der Verleihung gestellt, erhielt deutlich weniger Sendezeit als jene des „Sportlers des Jahres“, um dessen Kür sich die gesamte Dramaturgie der Sendung spannte. Ähnlich war das Verhältnis bezüglich der Redezeit. Bei der Analyse zur gendergerechten Sprache war die Unausgewogenheit besonders deutlich. Die Sportlerinnen werden emotional und dankbar inszeniert, bei den Männern wird Leistung und Heldentum in den Vordergrund gestellt.“
Den Radiopreis erhält die Radiokolleg-Reihe
„Die Rechte der Väter“ von 15. bis 18. 6. 2015, 9.30 Uhr, Ö 1 Hauptabteilung: Dr. Martin Bernhofer
Auszug aus der Jurybegründung:
„Es geht in diesem Beitrag um die Frage der Obsorge für Kinder von getrennten Eltern. Ganz grundsätzlich stellt sich die Frage, ob es bei einem so umstrittenen und sensiblen Thema sinnvoll ist, nur die Seite der Väter(-rechtler) zu Wort kommen zu lassen und ob es nicht viel aufschlussreicher wäre, differenzierte Sichtweisen und Perspektiven von Frauen, Männern und vielleicht auch Kindern bzw. ihren Vertretern/innen darzustellen. In der vier-teiligen Reihe kommt kein einziges Mal eine Mutter vor.
Die Jury findet sehr schade, dass gerade dieses Thema in einer Beitragsreihe in einer Weise behandelt wird, die nicht zur Verbesserung des Geschlechterverhältnisses beiträgt und konstruktive Lösungen für das Problem anbietet.“




Reply With Quote