Die Nutzung von Computer, Smartphone und Tablet ist für Jugendliche und deren Eltern eine Herausforderung: Ab welchem Alter? Wie lange? Welche Webseiten und Games? Dies sind nur einige der Fragen, die sich in vielen Familien stellen. Mit der neuen Brancheninitiative für Jugendmedienschutz unterstützt die Schweizer Telekombranche Jugendliche und Eltern im Umgang mit digitalen Medien. Die Brancheninitiative wurde vom Schweizerischen Verband der Telekommunikation (asut) lanciert und bisher von Salt, Sunrise, Swisscom und UPC unterzeichnet. Bis Ende 2016 müssen darin enthaltene konkrete Massnahmen umgesetzt werden.

Jugendliche und Kinder nutzen heute ganz selbstverständlich das Internet und Computer, Smartphone oder Tablet sind alltägliche Begleiter. Diese Geräte dienen als Fotoapparat, Music-Player, Fernseher, Videoplayer oder Gamekonsole. Jugendliche halten damit Kontakt zu Gleichgesinnten, organisieren die Freizeit oder Hausaufgaben. Der Umgang mit neuen Technologien will jedoch gelernt sein und stellt Kinder, Jugendliche und deren Eltern immer wieder vor neue Herausforderungen. Der Schweizerische Verband der Telekommunikation (asut) möchte gemeinsam mit Salt, Sunrise, Swisscom und UPC Kinder, Eltern und Jugendliche dabei unterstützen. Dazu wird eine neue Brancheninitiative für den Jugendmedienschutz lanciert.

Bereits 2008 startete die Telekombranche eine gemeinsame Brancheninitiative. Die Nutzung des Internets und der Endgeräte hat sich seither stark gewandelt und die bisherigen Massnahmen mussten angepasst werden. Dabei wurden auch neue Erkenntnisse aus dem Projekt «Jugend und Medien» des Bundes berücksichtigt. Zudem führte asut im letzten Jahr einen Runden Tisch mit verschiedenen Interessensvertretern und Parlamentariern durch. Die neue Brancheninitiative setzt auf Beratung und Information und stellt folgende Massnahmen ins Zentrum:

  • Die Brancheninitiative enthält eine Darstellung verschiedener rechtlicher Pflichten und Auflagen.
  • Die unterzeichnenden Unternehmen bieten ihren Kunden Sperrmöglichkeiten für ihre Video-on-Demand-Dienste mit Altersbeschränkungen an, halten als Hosting-Provider ihre Geschäftspartner zur Einhaltung von Jugendschutzmassnahmen an und sperren in Zusammenarbeit mit Kobik den Zugang zu Kinderpornografie.
  • Kundinnen und Kunden werden gemeinsam über aktuelle Kinder- und Jugendschutz-Software informiert.
  • Zusätzlich bieten die Unternehmen beim Verkaufsprozess, im Kundendienst oder auf den Webseiten Informationen zum Jugendmedienschutz an. Um diese Angebote rasch bekannt zu machen, werden auch alle bestehenden Kunden einmalig darauf aufmerksam gemacht.
  • Zudem benennen die Unternehmen einen Jugendmedienschutz-Beauftragten.
  • Die Umsetzung und Weiterentwicklung der Brancheninitiative erfolgt im Austausch mit Behörden und interessierten Organisationen.
  • Neu sind verbindliche Fristen zur Umsetzung der Massnahmen vorgesehen. So müssen die Unternehmen die Brancheninitiative bis Ende 2016 umgesetzt haben. Die Brancheninitiative wird zudem im Rahmen einer regelmässigen externen Evaluation überprüft.

Die Unterzeichner unterstützen mit diesen Massnahmen Kinder, Jugendlichen und Eltern im Umgang mit digitalen Medien. Die Brancheninitiative trat am 10. Juni 2016 in Kraft und steht allen Fernmeldedienstanbietern offen. Zu den Erstunterzeichnern gehören Salt, Sunrise, Swisscom und UPC.