Was lange währt, wird endlich gut: Das seit langer Zeit angekündigte Klassikportal von ORF und Unitel geht Ende Juli online. Auch die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) hat das Projekt inzwischen abgenickt - das OK der Behörde war zuletzt noch offen. Das haben beide Unternehmen nun bekannt gegeben. Das Portal heißt fidelio und soll hochkarätige Klassikproduktionen online bündeln sowie den Nutzern ein Live-Erlebnis bieten. Konkret ist fidelio auf vier Säulen aufgebaut: Ein 24-Stunden-Kanal, ein Live-Kanal mit mehreren Events im Monat, ein Archiv sowie eine Editorial-Schiene, die Hintergrundinformationen zu Künstlern, Orchestern, Dirigenten und Klassik-Institutionen präsentiert.
Zur Durchführung des Online-Portals wurde die Klassik Digital Vertriebs-GmbH gegründet. ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz, Finanzchef Richard Grasl und Unitel-Boss Jan Mojto unterschrieben dazu am Montag den Gründungsvertrag. Als Geschäftsführer des neuen Unternehmens fungieren Alexandra Fida (ORF) und Johannes Everding (Unitel).
Kostenpflichtiges Angebot
Konkrete Infos zum Angebot nannte der ORF bislang noch nicht. Klar ist nur, dass das Portal kostenpflichtig sein soll. Bei der ersten Präsentation der Idee im August 2015 war die Rede von etwa 20 Euro im Monat. Bereits bekannt war, dass fidelio auf der Flimmit-Technologie basieren wird und auf allen gängigen Geräten genutzt werden kann: Sowohl auf Smart-TVs, als auch auf Smartphones (iOS und Android) sowie Tablets. Auch via Apple TV, Chromecast und dem Amazon Fire-TV-Stick soll das Angebot abgerufen werden können.
Innerhalb der ersten drei Jahre erwarte man eine Abo-Anzahl im vierstelligen Bereich, sagte Richard Grasl damals. Wenn es gut läuft, könnten es sogar mehr als 10.000 Abos werden.
fidelio soll weltweit größtes audiovisuelles Klassikarchiv werden
Alexander Wrabetz sagt nun zum kommenden Klassikportal: „Die ORF-Senderflotte erfüllt den öffentlich-rechtlichen Kulturauftrag umfassend. Dennoch bieten wir nun mit diesem Kultur-Joint-Venture mit der Unitel dem klassikinteressierten Publikum ein zusätzliches Angebot: fidelio soll das umfangreichste und qualitativ hochwertigste audiovisuelle Klassikarchiv weltweit werden und Abonnentinnen und Abonnenten jederzeit und überall uneingeschränkten Zugang bieten. Gleichzeitig gehen wir damit einen Schritt weiter in die digitale Zukunft.“ Grasl ergänzt: „Unsere Klassik-Plattform ist nun getauft und wird fidelio heißen. Das steht nicht nur für die berühmte Oper von Ludwig van Beethoven, sondern auch für Freiheit. Mit der Schaffung des umfangreichsten Klassik-Archivs bietet der ORF gemeinsam mit der Unitel allen Klassik-Fans die Freiheit, jederzeit digital via Internet bei tollen Klassik-Events live dabei zu sein“.
Eigentlich sollte die Klassikplattform bereits zum Jahreswechsel 2015/16 starten, daraus wurde aber offenkundig nichts. Im April kündigte Richard Grasl schließlich einen zeitnahen Start des neuen Online-Angebots an.




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