TV, Computer, Laptop, Tablet und Smartphone: Obwohl Kinder sich aufgrund eines immer größer werdenden Angebots an digitalen Devices mittlerweile in einer Art Mediendschungel zurechtfinden und in diesem eine Auswahl treffen müssten, bleibt der Fernseher nach wie vor das Medium, mit dem sie die meiste Zeit verbringen. Warum das so ist, legen neue Grundlagenstudien und Forschungsergebnisse offen.

„Kinder in ihrer digitalen Welt“ war das Thema der Studie, die von der IP Österreich in Kooperation mit dem Marktforschungsinstitut meinungsraum.at durchgeführt wurde. Die Studienergebnisse zeigen, dass nicht nur jedes dritte Kind einen eigenen Fernseher im Kinderzimmer hat, sondern auch, dass dieser das erste digitale Gerät ist, das sie nutzen – und das bereits ab dem dritten Lebensjahr. Altersabhängig sei auch die Wichtigkeit von digitalen Medien: „Bei den sechs- bis neunjährigen Kindern steht der Fernseher deutlich an erster Stelle. Bei Kindern ab zehn Jahren wird das Handy immer wichtiger und oft parallel zum Fernseher *genutzt“, sagt Sahar Malekzadeh, Assistentin der IP-Geschäftsführung und -Verkaufsleitung.

Einfluss der Werbung

Während beinahe die Hälfte der Kinder selbst entscheidet, ob und was sie fernsehen, entscheiden meist die Eltern, wie lange ferngesehen wird. „Das Fernsehen habe aus Sicht der Eltern unter allen digitalen Devices den positivsten Einfluss auf Kinder und wird somit weit weniger reglementiert als zum Beispiel Computerspiele oder das Internet“, sagt Karl-Heinz Deutsch vom Transferzentrum Publizistik und Kommunikation. Da verwundert es auch nicht, dass der Fernseher von Eltern als sicherstes digitales Medium eingestuft wird. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Eltern Geräte ohne Internetzugang sicherer bewerten als Geräte mit Internetzugang. Das ist auch der Grund, warum der Fernseher von Kindern fast ausschließlich offline genutzt wird, also lineare Fernsehsender konsumiert werden.

Und auch in puncto Fernsehwerbung fördert die Studie interessante Details zutage: Kinder aller Altersstufen würden von Fernsehwerbung beeinflusst werden, die darüber hinaus auch die wichtigste Informationsquelle für neue Produkte sei. Trotz des kritischen Zugangs zum Thema Werbung würden Eltern Fernsehwerbung noch immer positiver als Werbung in anderen Medien bewerten.

Lebenswelten von Kindern

„Die Unkenrufe, dass niemand mehr fernsehen würde, sind nicht gültig. Kinder und TV gehören einfach zusammen“, zieht Simone Ratasich, Verkaufsleiterin IP Österreich, auf der Fachtagung Kinderwelten Resümee. Bereits zum fünften Mal luden die IP Österreich und Super RTL zum Branchenevent, auf dem diese Grundlagenstudien und Forschungsergebnisse präsentiert wurden. Der Werbezeiten-Vermarkter und der Kindersender erforschen seit Jahren kontinuierlich die medialen Lebenswelten von Kindern.