Es ist die nächste Personalie im derzeitigen Rennen um die zukünftige Geschäftsführung des ORF: Nachdem am Donnerstag bereits Finanzdirektor Richard Grasl angekündigt hat, dass er im August als Generaldirektor kandidieren wird, wirft nun auch Online-Chef Thomas Prantner seinen Hut in den Ring. Gegenüber dem „Kurier“ sagt der langjährige ORF-Manager: „Nach der entsprechenden Ausschreibung werde ich mich um eine Funktion im neuen ORF-Direktorium bewerben.“

Prantner gilt als der Kopf hinter der ORF TVthek - diese ist in den vergangenen Jahren kräftig gewachsen. Die letzte große Neuerung war die Einführung eines Restart-Knopfes, mit Hilfe dessen User bei Live-Streams an den Anfang der Übertragung zurückkehren können. Außerdem gibt es die TVthek seit wenigen Wochen in Railjets der ÖBB - ein Zug fährt sogar mit TVthek-Branding. Bei dem Deal mitgemischt hat auch der frühere ÖBB-Boss und jetzige Bundeskanzler Christian Kern - der stellte sich in Sachen ORF-Wahl zuletzt öffentlich hinter Generaldirektor Alexander Wrabetz.

„Im 1. Halbjahr 2016 hat die ORF-TVthek die höchsten Zugriffe seit ihrer Gründung vor 6 ½ Jahren erzielen können“, sagt Prantner. Das Angebot erziele mehr als eine Million User und rund sechs Millionen Visits im Schnitt pro Monat, so der Online-Chef.

Prantner könnte bei der anstehenden Wahl auf dem Küniglberg das Zünglein an der Waage sein. SPÖ und ÖVP kommen im Stiftungsrat auf jeweils 13 Stimmen, die unabhängigen Mitglieder des Gremiums haben angekündigt, sie wollen sich erst einmal die Konzepte der Bewerber ansehen. Der Online-Chef gilt als FPÖ-nah. Prantner kennt den ORF jedenfalls schon seit Jahren: Seit 1984 arbeitete er in verschiedenen Positionen im Unternehmen, etwa als Pressesprecher, Büroleiter des damaligen ORF-Chefs Gerhard Zeiler und als Leiter des Marketings. Seit 2012 ist er Leiter der Hauptabteilung Online und neue Medien und stellvertretender Direktor für Technik, Online und neue Medien.