„Gravierende Missstände und Unvereinbarkeiten“ nannte ATV 2014 als Grund für seinen Austritt beim Verband Österreichischer Privatsender (VÖP). Senderchef Martin Gastinger warf dem Verband damals vor, rein *österreichische Sender nicht gut genug zu unterstützen – sondern vor allem auch die österreichischen Werbefenster anderer Privatsender – allen voran der ProSiebenSat.1-PULS 4-Gruppe. Der VÖP verliere daher seine Existenzberechtigung, so Gastinger damals. Seit einigen Wochen gibt es nun einen neuen Vorstand im VÖP. Bei seinem Antritt verkündete der neue Vorsitzender Ernst Swoboda, der gleichzeitig auch Geschäftsführer von Kronehit ist, gegenüber HORIZONT, dass man ATV gerne zurück in den Verband holen möchte. „Es wird dazu Gespräche geben“, so Swoboda damals.
ATV fordert Strukturveränderung
Diese Gespräche hat es bislang aber noch nicht gegeben. ATV-Chef Gastinger signalisiert gegenüber HORIZONT grundsätzlich Bereitschaft, mit dem VÖP über einen erneuten Beitritt zu verhandeln. Der Fernsehmacher sagt aber auch: „Für uns kommt kein Wiedereinstieg in den Verband in Frage, wenn dieser nicht bereit ist, die Struktur und die Stimmverhältnisse zum Vorteil österreichischer Privatsender zu verändern.“ Der alte Streit schwelt also noch immer. „Es kann nicht sein, dass deutsche Sender mit österreichischem Werbefenster, wie etwa sixx, stimmberechtigt sind, die definitiv keine österreichischen Sender sind, sondern Werbezeitfenster in Österreich vermarkten, ohne jegliche Wertschöpfung in Österreich, hier wird Etikettenschwindel betrieben“.
Beim VÖP ist man derweil bemüht, die Wogen zu glätten und nicht noch zusätzliches Öl ins Feuer zu gießen. Ernst Swoboda sagt, auf die Forderungen von Gastinger angesprochen, dass der Wunsch nach einer Änderung der Statuten noch nicht an ihn herangetragen wurde. Er glaubt an ein Missverständnis. „Vielmehr scheint mir das durchaus legitime Interesse von ATV die Unterstützung österreichischer Sender und deren Anliegen, auch und gerade gegenüber Infrastrukturanbietern oder Elektronikunternehmen, zu sein.“




Reply With Quote