Frank Underwood lässt sich nicht aufhalten. Durch seine Machtspiele ist er zum Präsidenten der USA avanciert. Nun kreuzt er auf dem internationalen Politikparkett die Klingen mit machtbewussten Staatschefs. Kevin Spacey und Robin Wright brillieren auch in der dritten Staffel als machtgetriebenes Ehepaar, jeweils montags ab 15. August 2016.
Nachdem sich Underwood durch seine politischen Intrigen selber vom Vizepräsidenten zum Präsidenten der Vereinigten Staaten befördert hat, steht er auf dem internationalen Politikparkett einem machtbewussten Staatschef gegenüber. Er kreuzt die Klingen mit Russland, um seine Interessen in der Weltpolitik umzusetzen. Unterstützung erhält er dabei von seiner Ehefrau Claire, die sich um das Amt einer UN-Botschafterin bewirbt.
Auch innenpolitisch muss Frank mit harten Bandagen kämpfen. Sein Rückhalt in der Partei schwindet von Tag zu Tag. Mit seinem ambitionierten Projekt «Amerika Works» will er neue Arbeitsplätze schaffen und seinen Namen in die Annalen der Geschichte eintragen. Und er muss sich bereits auf den nächsten Wahlkampf vorbereiten. Schlüsselfiguren seiner Partei wünschen sich von Frank, dass er sich nicht für eine Wiederwahl aufstellt. Ein neues Gesicht müsse her, das mehr Rückhalt im Volk habe.
«House of Cards» nimmt das politische System der USA kritisch unter die Lupe. Anders als in vergleichbaren Serien ist die Hauptfigur Frank Underwood nicht ein einsamer Kämpfer, der das kaputte System reparieren muss. Nein, er ist einer der Hauptgründe, weshalb die moderne Demokratie versagt. Er lässt sich ausschliesslich von Partikularinteressen – allen voran seiner eigenen Machtgier – leiten. Demokratische Grundprinzipien interessieren ihn nicht.
Er ist sogar stolz darauf, dass er es an die Spitze des Landes geschafft hat, ohne je eine Wahlstimme erhalten zu haben. Die nur scheinbar freien Medien manipuliert er, sein öffentliches Erscheinungsbild ist alles, was zählt. Damit rufen die Macher der Serie die politische Philosophie von Hannah Arendt in Erinnerung. Diese besagt, dass die Politik schon seit der Antike nur aus dem theatralischen Äusseren der Politiker bestehe.
Die Politik ist einzig eine grosse, öffentliche Bühne. Das Thema des Theaters wird in «House of Cards» auf vielen Ebenen wiederholt. Am offensichtlichsten ist es erkennbar, wenn Frank immer wieder selber im Theater sitzt und über das Theater spricht. Doch auch das Markenzeichen der Serie, die direkten Ansprachen von Frank an die Zuschauerinnen und Zuschauer, verweisen auf das Theater.
Die Medien sind sensationslüstern, das Volk will einfache, populistische Antworten; machthungrige Menschen wie Frank Underwood können diese Mechanismen skrupellos ausnutzen – so könnte die Gesellschaftskritik von «House of Cards» zusammengefasst werden. In Zeiten, in denen Personen wie Donald Trump als ernsthafte Kandidaten für die US-Präsidentschaft aufgestellt werden, ist diese Philosophie und Gesellschaftskritik aktueller denn je zuvor. Die Politik ist zur massenmedialen Unterhaltungsshow verkommen.




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