Ausstrahlungsdatum: Mittwoch, 17. August 2016, 22.55 Uhr, SRF 1
Helen hasst Hygiene und eckt damit an. Am liebsten sähe die 18-Jährige ihre Eltern wiedervereint. In der Verfilmung von Charlotte Roches Skandalroman spielt die Schweizerin Carla Juri die Hauptrolle.
«Wenn man Schwänze, Sperma und andere Körperflüssigkeiten eklig findet, kann man es mit dem Sex auch direkt bleiben lassen», so die 18-jährige Helen Memel (Carla Juri). Ob sie sich an der Brille öffentlicher Klos reibt oder mittels blutiger Tampons mit ihrer Freundin Blutschwesternschaft schliesst, der Teenager gewordene Albtraum jedes Reinlichkeitsfanatikers lässt an Widerwärtigem nichts unversucht. Dies auch als Reaktion auf ihre Mutter (Meret Becker), der Hygiene noch über die Liebe zum eigenen Kind ging.
Mit einer klaffenden Wunde am Po findet Helen sich nach der Intimrasur im Spital wieder. Ihre unverschämte Art sorgt bei der Ärzteschaft für Irritation, doch der schnuckelige Pfleger Robin (Christoph Letkowski) durchschaut Helens Lust an der Provokation und erkennt eine einsame junge Frau mit einem spiessigen Traum: ihre zerbrochene Familie wieder zusammenzuführen.
Die Autorin des gleichnamigen Skandalromans selbst, Charlotte Roche, hatte «Feuchtgebiete» als unverfilmbar bezeichnet. David Wnendt jedoch, dem jungen Regisseur, der mit «Kriegerin» eine andere starke Frau im Umfeld einer Neonaziclique porträtiert hatte, glückt mit seiner Adaption das Kunststück, den umstrittenen Buchbestseller zu übertrumpfen.




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