Ausstrahlungsdatum: Freitag, 26. August 2016, 21.00 Uhr, SRF 1Was, wenn die erste Liebe tief im Herzen haften bleibt? Was, wenn diese Sehnsucht nicht aufhören will? Und was, wenn die Hindernisse so gross sind, dass diese Liebe nicht lebbar ist? Manche Menschen suchen nach Jahren erneut den Weg zueinander, um eine zweite Chance zu bekommen. «Bis ans Lebensende» erzählt die Geschichten von Menschen, die sich früh gefunden und doch wieder verloren haben, sich aber nie vergessen konnten.
Hermann ist einer von ihnen. Es war im Kindergarten, als er Doris zum ersten Mal sah: keck der Blick, verschmitzt das Lächeln, ein weisses Band im Haar. Er, der schüchterne Metzgersohn, der Aussenseiter, hatte von da an nur noch Augen für sie. Hermann, wortkarg und introvertiert, sandte mit Blicken und Gesten kleine Signale aus dem Herzen. Es war diese diskret-zurückhaltende Art, die Doris so gefiel.
Als Hermann ihr in der Schule ein silbernes Armkettchen schenkte, nahm sie den Schmuck und das damit verbundene Versprechen an: «Wir zwei gehören von nun an zusammen.» Doch wenig später gab Doris Hermann das Kettchen wieder zurück. Es zerbrach die Freundschaft und Hermanns Welt, nicht aber seine Liebe zu Doris. Nach der Schulzeit trennten sich ihre Wege. Doris wurde Lehrerin, heiratete, bekam zwei Kinder. Hermann gründete eine Familie und arbeitete bei der Polizei. Das Leben nahm zwar seinen Lauf, vergessen aber konnte Hermann Doris nie. Der schweigsame, verschlossene Polizist schrieb nachts unter dem Pseudonym Joel Dominique Sante seine Gefühle nieder. Glühende Liebesgedichte, jahrelang – an Doris – die einzig wahre Liebe seines Lebens.
‚Nur ein Urlaubsflirt!‘ So dachten Claudia und Pete, als sie sich auf der griechischen Insel Samos zum ersten Mal begegneten. Es war ein lauer Sommerabend, Salzgeschmack lag in der Luft, sie waren jung. Der DJ spielte «Careless Whisper» von George Michael, und die Lehrtochter aus Winterthur und der schwedische Student mit griechischen Wurzeln tanzten eng umschlungen – glücklich verliebt, bis der Abschied kam. Claudia flog heim in die Schweiz, Pete zurück nach Schweden. 1500 Kilometer lagen zwischen ihnen. Im Herzen aber blieben sie beieinander, per Brief hielten sie Kontakt. Wenn der knappe Lehrlingslohn es zuliess, telefonierten sie miteinander oder besuchten sich gegenseitig. Und immer wieder kam der Abschied, Schmerz und Zweifel. Die Liebe, die war da, aber würde sie auch lebbar sein? Claudia entscheidet sich dagegen und beginnt eine Beziehung mit einem Mann aus dem unmittelbaren Umfeld, aber die erste grosse Liebe lässt sich nicht ersetzen.
Sie hatten sich gesehen, und alles war klar. Doch keiner wagte den ersten Schritt. Monica und Erich besuchten beide das Lehrerseminar in Solothurn. Sie wollte Kindergärtnerin werden, er Lehrer. Einige Wochen später lud er sie zum Studentenball ein, und sie sagte Ja. Von da an waren sie beide ein Paar. Zwei Freigeister, Idealisten, auf der Suche nach dem Sinn des Lebens. Monica fand ihn in ihrem Beruf als Kindergärtnerin. Sie wollte sich ihr Leben mit Erich einrichten, Kinder bekommen, eine Familie werden. Erich hingegen wollte aussteigen, heraus aus den Konventionen, aus dem Alltag, aus der Beziehung. Er liess alles hinter sich und ging nach Italien, wo er als Selbstversorger einen Hof führte und eine andere heiratete – bis er eines Tages realisierte, dass er das, was er suchte, längst gefunden hatte – und er unverhofft wieder vor Monicas Tür stand.
Kann man anknüpfen, dort, wo man einst das Band der Liebe zerschnitten hatte? Fortfahren und weiter lieben? Diese drei Paare haben genau das versucht und der ersten grossen Liebe nochmals eine Chance gegeben.




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