Bis Mitte November muss die ORF-Geschäftsführung eine Neufeststellung der Gebühren beantragen. Das ist zwar noch nicht gleichbedeutend mit einer Gebührenerhöhung, vorbei wird daran aber wohl kein Weg führen. Zuletzt wurde immer wieder über die genaue Höhe einer möglichen Gebührenerhöhung debattiert - ORF-Chef Alexander Wrabetz wollte sich bislang nicht zu konkreten Zahlen äußern.

Da das Thema nun aber langsam akut wird, stellt jetzt auch die ÖVP Forderungen. Diese wolle eine Erhöhung der ORF-Gebühren nur dann mittragen, wenn diese mit Reformen verbunden ist. Das soll am Sonntag oder Montag in der Vorstands- und Parteileitungssitzung der ÖVP beschlossen werden, kündigte Parteichef Reinhold Mitterlehner gegenüber der APA an.

„Wir glauben, dass das mit entsprechenden Strukturveränderungen und Reformmaßnahmen verbunden sein muss. Ein Mittragen einer automatischen Gebührenerhöhung scheint uns ausgesprochen problematisch in Zeiten wie diesen“, so Mitterlehner.

Über die Zukunft von Richard Grasl äußerte sich Mitterlehner derweil nicht. Dieser hatte ja bei der Wahl des Generaldirektors gegen Alexander Wrabetz verloren und wird nun vermutlich nur noch bis Ende des Jahres im ORF bleiben. Was er danach mache, sei seine Sache, so Mitterlehner. Wie die APA berichtet, habe Wrabetz Grasl den Job des Landesdirektors in Niederösterreich angeboten. Grasl will diese Spekulationen derweil nicht kommentieren. Der „Standard“ berichtet, die ÖVP dränge Grasl „nachdrücklich“ zum Verbleib beim ORF.