Der ORF-Stiftungsrat hat entschieden. Einerseits über das neue Direktorenteam, bestehend aus Kathrin Zechner, Michael Götzhaber, Andreas Nadler und Monika Eigensperger, anderseits über die neun Landesdirektoren. Überraschungen gab es bei Letzterem allerdings nicht: im Burgenland muss Karlheinz Papst gehen, er wird von Werner Herics abgelöst. In Salzburg ersetzt ORF III-Chefredakteur Christoph Takacs Roland Brunhofer. Nun melden sich ORF-General Alexander Wrabetz und die künftige Programmdirektorin Kathrin Zechner zu Wort.
Wrabetz dementiert politische Deals
Wrabetz ist, wie er gegenüber der APA erklärte, überzeugt davon, ein „Team der absoluten Kompetenz“ zusammengestellt zu haben und dementierte zeitgleich etwaige politische Deals. Auch der 50:50-Anteil zwischen Frauen und Männern, der erstmals erreicht werden konnte, sei erfreulich. Darüber hinaus hielt sich Wrabetz eher bedeckt, die mögliche Valorisierung der Programmentgelte wollte er nicht kommentieren. „Wir werden unabhängig von der Gebührenfrage weiter auf der Kostenseite Maßnahmen treffen“, war alles, was er dazu zu sagen hatte.
Nun gilt es zunächst, die mittelfristige Finanzvorschau zu überarbeiten und eine neue Organisationsstruktur mit den Channel Managern sei zu entwickeln. Dahingehende konkrete Pläne sollen noch heuer dem Stiftungsrat vorgelegt werden. Die Ablöse des Salzburger Landesdirektors Roland Brunhofer sorgte bei NEOS-Stiftungsrat Hans Peter Haselsteiner für ein so großes Ärgernis, dass er die Stiftungsratssitzung noch vor der Abstimmung über die Landesdirektoren verließ. Auch darauf reagiert Wrabetz und erklärt, dass er Brunhofer in Wien brauche und betont: „Er hat hervorragende Arbeit als Landesdirektor geleistet, daher wird es für ihn einen weiteren wichtigen Entwicklungsschritt geben.“ Was er damit konkret meint, ist bislang unklar, zuletzt war Brunhofer als Channel Manager für ORF 2 im Gespräch.
Zechner: 'Habe viele Programmideen'
Was die künftige ORF-Programmdirektorin Kathrin Zechner genau plant, wollte sie nach ihrer Bestellung durch den ORF-Stiftungsrat noch nicht näher definieren. „Wir werden jetzt nachdenken, uns schnell zusammensetzen, ein gemeinsames Konzept erstellen und dann Vollgas geben“, so Zechner. Wrabetz hatte rund um seine Wiederwahl unter anderem die Weiterentwicklung von ORFeins angekündigt, aber auch mehr österreichische Inhalte und eine Stärkung der Information.
Programmideen habe Zechner bereits viele im Kopf, welche davon umgesetzt werden sei allerdings eine Budgetfrage. Dass sie in der neuen Organisation mit eigenen Channel Managern und Chefredakteuren für ORF 2 und ORFeins Teile der Information an die Generaldirektion verlieren dürfte, wollte Zechner nicht kommentieren. „Für mich ist viel wichtiger, dass wir die Organisation und die Geschäftsordnung jetzt gemeinsam erarbeiten“, so ihr Statement. Im Radio sei diese Struktur ja bereits erprobt und sie erwarte dadurch einen “Erfahrungs-Input für uns im Fernsehen.„




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