Ausstrahlungsdatum: Donnerstag, 27. Oktober 2016, 21.00 Uhr, SRF 1

Warum wirken Pillen, die gar keinen Wirkstoff enthalten – und vor allem: wie? «Einstein» geht einem der grössten Mysterien der modernen Medizin auf den Grund. Und die Sendung zeigt: Der Placebo-Effekt macht nicht nur Kinder tapfer und führt Sportlerinnen zum Sieg, er heilt auch Reizdarmpatienten. Die hohe Signifikanz des Placebo-Effektes hat dazu geführt, dass die renommiertesten medizinischen Fakultäten in Europa und den USA ihre Placebo-Forschung heute massiv intensivieren. Tobias Müller moderiert die Sendung.

Wie Placebo zum Olympiasieg führt
Können Placebo-Pillen Spitzensportlerinnen und -sportler zu Bestleistung antreiben? Ja, sagt der britische Sportmediziner Chris Beedie. «Einstein» zeigt sein spannendes Placebo-Experiment mit der britischen Radsportelite – und staunt über die Resultate. Chris Beedie: «Eine Verbesserung von zwei bis drei Prozentpunkten klingt nicht nach viel, aber in vielen Sportarten entscheidet diese Differenz zwischen Olympiasieg oder einem Platz ausserhalb der Top Ten.»

Die Zaubercrème, die tapfer macht
Kann eine Placebo-Crème Kinder schmerzunempfindlich machen? «Einstein» macht die Probe aufs Exempel und zeigt: Wenn Forscher die Bedeutung der Crème mit einer tollen Geschichte erhöhen, reagieren Kinder signifikant weniger schmerzempfindlich auf Hitze. Aus einer normalen Hautcrème wird eine Zaubercrème, die tapfer macht.

Das Placebo-Dilemma
Placebo funktioniert nur, wenn der Arzt seinen Patienten davon überzeugen kann, dass er ihm tatsächlich einen Wirkstoff verabreicht. Das heisst: Der Arzt muss seinen Patienten belügen – ein ethisches Dilemma für jeden Mediziner. Forscher in Harvard wagten nun ein spannendes Experiment: Was passiert, wenn sie ihren Patienten sagen, dass sie nur ein Placebo erhalten? «Einstein» erklärt, warum die Resultate dieser US-Studie um die Welt gingen.

Wie Worte den Placebo-Effekt auslösen
Ist es tatsächlich möglich, allein mit Worten und Gesten den Placebo-Effekt zu nutzen? «Einstein» macht den Test und schickt seine Moderatoren zum Impfen. Und tatsächlich: Einige beruhigende Worte nur, und Kathrin Hönegger empfindet kaum Schmerzen beim Einstich der Spritze. Wenn Ärzte Schmerzen allein mit Worten verhindern können, schaffen sie es dann auch, Schmerzen mit Worten herbeizuführen?