Sendungen rund um Gesellschaft, Migration und Integration bilden 2017 einen Schwerpunkt im SRF-Programm: «SRF HE!MATLAND» ist die neue Marke für mehrteilige Gesellschaftsformate donnerstags um 21 Uhr auf SRF 1. Zum Auftakt unterziehen Nationalrätinnen und Nationalräte ihre politische Position einem Realitätscheck. Weiter porträtiert SRF Menschen mit Migrationshintergrund, zum Beispiel in «Meine fremde Heimat» im Fernsehen und «Blickwechsel» auf Radio SRF 1. Auch 2016 war SRF der Favorit des Deutschschweizer Publikums, mit 31,8 Prozent Marktanteil im TV, einer wöchentlichen Reichweite von 83 Prozent im Radio sowie stark nachgefragten Audio- und Videoangeboten im Web.
1. Ausblick 2017
«SRF HE!MATLAND» heisst es ab April jeweils donnerstags um 21 Uhr auf SRF 1. Aktuelle, gesellschaftlich relevante und kontroverse Geschichten aus der Schweiz stehen im Zentrum von neuen, drei- bis fünfteiligen Sendereihen. Den Auftakt macht «Vier zum Volk»: Im vierteiligen Reality-Format leben und arbeiten bekannte Politikerinnen und Politiker für einige Tage in einem Umfeld, das ihrer politischen Haltung teilweise widerspricht. Im Mai folgt «Die Pendler», eine Doku-Serie über den Alltag von Pendlerinnen und Pendlern in der Schweiz. Gesicht von «SRF HE!MATLAND» ist Mona Vetsch, die in unterschiedlichen Formaten als Reporterin unterwegs ist, erstmals im Herbst 2017. Neu sind auf SRF 1 donnerstags sechsmal jährlich ab 20.05 Uhr lange «DOK»-Filme sowie zweimal pro Jahr eine 90-minütige Ausgabe von «Einstein» im Programm. Am 4. Mai kann das Publikum im Wissenschaftsmagazin hinter die Kulissen der boomenden Kreuzfahrt-Industrie sehen.
Einen Schwerpunkt setzt SRF 2017 auch auf Sendungen rund um Migration und Integration. Menschen mit Migrationshintergrund sollen im Programm von SRF eine noch aktivere Rolle erhalten und stärker selbst zu Wort kommen. Ab 17. Februar ist bei SRF 1 das sechsteilige Reality-Format «Meine fremde Heimat» im Programm. Darin reisen Schweizerinnen und Schweizer mit Migrationshintergrund zum ersten Mal überhaupt oder seit Längerem wieder in ihr Herkunftsland: Sie werden mit einer seltsam vertrauten und doch fremden Welt konfrontiert. Auf Radio SRF 1 gibt es im Frühling und im Herbst einen «Blickwechsel» von Schweizer Berufsleuten unterschiedlicher Herkunft: Mitte Mai tauschen die Betreiber einer traditionellen Schweizer Beiz und die eines Restaurants mit exotischer Küche für drei Tage den Arbeitsplatz. Im fremden Betrieb werden die Wirte nicht nur mit unbekannten Zutaten, sondern auch mit anderen Mentalitäten konfrontiert.
Die innenpolitisch wichtigsten Themen stehen ab März im Fokus von «Rundschau Spezial». Vier Mal pro Jahr interviewen Susanne Wille und Sandro Brotz ein Bundesratsmitglied oder einen anderen Spitzenpolitiker über das dominierende Thema der laufenden Session. Ergänzt wird die Sendung durch Hintergrundbeiträge zum jeweiligen Thema. «Rundschau Spezial» ist einmal pro Session am Mittwoch um 20.55 Uhr auf SRF 1 im Programm, die Sendung ersetzt die bisherige «Classe politique». Aussenpolitisch dominieren die Präsidentenwahlen in Frankreich im Mai und im Herbst die Bundestagswahlen in Deutschland die Agenda. Mit Analysen, Hintergrundberichten und Einschätzungen der Korrespondenten berichtet SRF in Radio, Fernsehen und Online umfassend über die Richtungswahlen in unseren Nachbarländern. Im Vorfeld der Wahlen beleuchtet Radio SRF die Ausgangslage in Frankreich mit Reportagen aus verschiedenen Städten und Dörfern. Die Korrespondenten porträtieren Menschen und Orte, um eine möglichst facettenreiche Analyse der französischen Gesellschaft zu zeigen – fernab des Machtzentrums in Paris. Am Wahltag selber berichten Radio und Fernsehen SRF schliesslich mit Sondersendungen den ganzen Abend lang über den Ausgang der französischen Präsidentschaftswahlen.
Typisch schweizerische Geschichten bei SRF
Seit zehn Jahren ist das Motto «SRF bi de Lüt» Programm: In bisher über 20 verschiedenen Formaten erzählen die Macherinnen und Macher am Freitagabend zur besten Sendezeit Geschichten von Menschen wie Du und ich in Schweizer Städten und Dörfern. Die Erfolgsreihe zeigt Schweizer Alltag in seiner ganzen Vielfalt und trägt zum Selbstbild der Schweiz bei. «SRF bi de Lüt» ist nicht nur beim Publikum sehr beliebt, 2016 mit einem durchschnittlichen Marktanteil von 37,1 Prozent. Mit dem Prix Walo für die «Landfrauenküche» und dem Ostschweizer Medienpreis für «Unser Dorf» gingen 2016 zwei renommierte Medienpreise an «SRF bi de Lüt»-Sendereihen. Zum Jubiläum gibt es ein Wiedersehen mit den schönsten Geschichten. Nik Hartmann lässt am 16. Dezember auf SRF 1 in einer grossen Samstagabendsendung die Highlights aus zehn Jahren «SRF bi de Lüt» Revue passieren.
Schauplatz des Sommerspecials von «Schweiz aktuell» ist ein Bauernhof im Jahr 1517, dem Sommer vor dem Beginn der Reformation. Im Zentrum von «Leben wie vor 500 Jahren – Im Schatten der Burg» steht eine Familie von heute, die unter authentischen Bedingungen einen Bauernhof von damals führt. Das Publikum kann über den Fortgang der Geschichte mitbestimmen. Regelmässig erhält die Familie Aufgaben, die damals im entbehrungsreichen bäuerlichen Leben zum Alltag gehörten. Die Sendung wird moderiert von Katharina Locher. Zusätzlich wird sich auch eine Gruppe Pilger, darunter Ralph Wicki, «Nachtclub»-Moderator von Radio SRF 1, auf den Weg machen, um auf alten Routen dem Jakobsweg entlang zu pilgern. Sabine Dahinden begibt sich in ihrer dreiteiligen Sommerreihe auf die Suche nach Überbleibseln aus der Reformationszeit. Ende Oktober schliesslich steht der Kulturschwerpunkt unter dem Motto «Die Stunde der Wahrheit – 500 Jahre Reformation».
Nach dem Erfolg von «Der Bestatter» und «Gotthard» produziert SRF weitere Serien und Eventfilme mit typisch schweizerischen Geschichten. Allen Projekten gemeinsam ist, dass sie aktuelle, gesellschaftlich relevante Themen behandeln. Im Zentrum der Krimireihe «Wilder» steht die Polizistin Rosa Wilder, die in ihren Heimatort in den Bergen zurückkehrt. Als kurz vor Baubeginn für ein Ferienresort die Tochter des arabischen Investors verschwindet, beginnt Rosa Wilder zu ermitteln. Die sechs Folgen sind Anfang 2018 im Programm. Vorher, nämlich im Dezember 2017, zeigt SRF den Zweiteiler «Private Banking» von Bettina Oberli («Die Herbstzeitlosen»). Erzählt wird die Geschichte einer Privatbank, die nach dem Ende des Bankgeheimnisses ums Überleben kämpft. Im Anschluss an den fiktionalen Zweiteiler vertieft die SRF-Wirtschaftsredaktion das Thema mit einer Spezialsendung. Um Liebe und Sex in Langzeitbeziehungen dreht sich schliesslich die Serie «Seitentriebe» aus der Feder von Güzin Kar, die ab Oktober 2017 auf SRF zwei zur Ausstrahlung gelangt. Im Zentrum steht ein Paar, dem die Lust abhandengekommen ist und das nun Hilfe auf der Therapiecouch sucht.
Grosse Emotionen auf Bühne und Piste
Ein Lied sagt mehr als tausend Worte – unter diesem Motto steht die von Viola Tami moderierte Eventreihe «Ich schänke dir es Lied». In der fünfteiligen Samstagabend-Show überraschen Menschen eine ihnen wichtige Person mit der Live-Performance eines speziellen Liedes: dem Song ihrer gemeinsamen Geschichte. Interpretiert werden die Lieder von verschiedenen nationalen und internationalen Künstlerinnen und Künstlern. Fest in jeder Sendung dabei sind Anna Rossinelli, Ritschi und Kunz. Am Ende entscheidet das Publikum, welches der berührendste Song aus allen «Ich schänke dir es Lied»-Sendungen war.
St. Moritz als Austragungsort der Alpinen Ski-WM steht im Februar während zwei Wochen im Zentrum des Skizirkus – und SRF ist ganz nah dabei, wenn Lara Gut & Co. an der Heimweltmeisterschaft um Edelmetall fahren. Auf SRF zwei sind vom 6. bis 19. Februar in «St. Moritz live» alle Rennen, die Abschlusstrainings zu den WM-Abfahrten und die Eröffnungsfeier zu sehen. Das tägliche Magazin «St. Moritz aktuell» liefert neben Analysen und Interviews auch die Liveübertragung aller Medaillenübergaben. Matthias Hüppi und Bernhard Russi kommentieren die Männerrennen, Jann Billeter und Michael Bont die Frauenwettkämpfe. Marc Berthod, ehemaliger Weltcup-Fahrer aus St. Moritz, ist in Radio, Fernsehen und Online als WM-Insider im Einsatz. Im Late-Night-Talk «Champiuns» begrüsst Steffi Buchli nationale und internationale Skilegenden und weitere prominente Gäste. In einem Iglu direkt beim Bahnhof St. Moritz, diskutiert die Runde das Geschehen auf und neben der Piste. «Champiuns – Late Night Talk aus St. Moritz» heisst es ab 6. Februar von Montag bis Samstag am späten Abend auf SRF zwei.
Das junge Publikum im Blick
Ein besonderes Augenmerk setzt SRF 2017 auf Formate für das junge Publikum: Der neue SRF-Bereich Junge Zielgruppen produziert überraschende und innovative Webprojekte für 12- bis 35-Jährige. Gemeinsam mit jungen Talenten will das Team auch den noch neuen Webvideomarkt in der Schweiz professionalisieren und weiter entwickeln. Für 2017 sind über 20 Webformate geplant: «Kreuz und Queer» geht ab Anfang April der Frage nach, wie die junge Schweiz liebt und mit welchen Vorurteilen und Problemen Junge zu kämpfen haben, die in der Liebe nicht den traditionellen Weg wählen. Mit dem «Survival Guide» bietet SRF Teenagern ab Herbst Überlebenshilfe im Chaos der Teenie-Jahre. In drei wöchentlichen YouTube-Formaten gibt es Antworten auf die brennendsten Fragen der 13- bis 19-Jährigen. Einen satirischen Wochenrückblick präsentiert schliesslich Joël von Mutzenbecher ab Frühling auf Facebook. In den «Hells News» wirft der Comedian einen bitterbösen Blick auf die witzigsten, spannendsten und skurrilsten Geschichten, die auf Social Media für Furore gesorgt haben.
2. Nutzungsbilanz 2016
Im Fernsehen bleibt SRF der Favorit des Deutschschweizer Publikums mit 31,8 Prozent Marktanteil am Sendetag selber («Overnight»-Wert) respektive 30,9 Prozent in den sieben Tagen nach Ausstrahlung. («Overnight+7»-Wert). Am Hauptabend zwischen 19 und 22.30 Uhr liegt der Marktanteil von SRF 1, SRF zwei und SRF info zusammen bei 40,4 Prozent. Die 100 erfolgreichsten Sendungen 2016 waren alle im Programm von SRF. Marktführer ist SRF auch zu jeder Tageszeit: SRF 1 am Vorabend, Hauptabend und Spätabend, SRF zwei tagsüber. SRF 1 alleine erzielt in der Primetime am Hauptabend einen höheren Marktanteil als die nächsten sieben Konkurrenzsender zusammen.
Fast jeder zweite Deutschschweizer Fernsehzuschauer hat im abgelaufenen Jahr die Hauptausgabe der «Tagesschau» gesehen. Mit glaubwürdigem und publizistisch unabhängigem Journalismus bleibt die Sendung auch im digitalen Zeitalter eine unverzichtbare Informationsquelle für das Publikum. Besonders hoch sind die Marktanteile an Tagen mit aussergewöhnlicher Nachrichtenlage: Meist gesehene «Tagesschau» mit fast einer Million Zuschauenden war 2016 die Hauptausgabe vom 28. Februar nach der Ablehnung der Durchsetzungsinitiative. An Tagen, an denen Grossereignisse beschäftigen, liegt der Marktanteil regelmässig bei rund 60 Prozent.
Auch mit den Programmbereichen Wissenschaft, eigenproduzierte Fiktion und Sport erreicht SRF das ganz grosse Publikum: Meist gesehene Sendung auf SRF 1 war 2016 der historische Zweiteiler «Gotthard» mit über einer Million Zuschauenden. Mehr als eine Million Menschen erreichte SRF auch mit der Themenwoche «Menschmaschine» und der Live-Berichterstattung vom Cybathlon der ETH Zürich. Mit diesem Schwerpunkt startete SRF die vertiefte Auseinandersetzung mit Wissenschaftsthemen. Gar zur Sendung mit den höchsten Einschaltquoten seit Einführung des neuen Messsystems 2013 wurde die Partie Schweiz gegen Frankreich an der UEFA EURO™ mit 1,57 Millionen Zuschauenden auf SRF zwei.
Die sechs SRF-Radioprogramme erreichten 2016 einen Marktanteil von 58,3 Prozent. Marktanteile zulegen konnten Radio SRF 2 Kultur und Radio SRF Musikwelle. Am Morgen nach den Wahlen in den USA schalteten fast 1,5 Millionen Personen Radio SRF 1 ein, über 30 Prozent mehr als an einem durchschnittlichen Tag. Die Themenwoche «SRF 3 zeigt Flagge», die sich dem Thema Migrantinnen und Migranten widmete, erreichte von Montag bis Freitag über eine Million Menschen. Mit dem auf Audio- und Videoinhalte ausgerichteten Webangebot trifft SRF die Bedürfnisse des Publikums: Durchschnittlich wurden 2016 pro Sekunde sechs Livestream- oder On-Demand-Angebote gestartet. Monatlich erreicht das Webangebot von SRF fast 2,5 Millionen Personen.
Vielfältige Angebote für das junge Publikum
Auch beim jüngeren Publikum ist SRF die Nummer 1: Am Hauptabend liegen SRF 1 und SRF zwei in der Altersgruppe 15 bis 29 Jahre mit je 12,5 Prozent Marktanteil vor dem ersten Konkurrenten ProSieben. Besonders beliebt beim jungen Publikum sind Eigenproduktionen wie die «DOK»-Serie «Auf und davon Spezial» (Marktanteil: 35,6 Prozent), das zweiteilige Eventmovie «Gotthard» (Marktanteil: 42,6 Prozent) oder «Der Bestatter» (Marktanteil: 31,4 Prozent).
Beim jungen Publikum Anklang finden die SRF-Webserien: «True Talk» wurde via Facebook über 800‘000 Mal gestartet, auf YouTube lag der Anteil der unter 35-Jährigen Userinnen und User bei rund 65 Prozent. Auch «Inked» fand online grosse Beachtung mit mehr als 650‘000 Videostarts. Für die Jungen ist auch Radio SRF ein täglicher Begleiter: Rund 20 Prozent aller 15 bis 24-Jährigen hören an einem durchschnittlichen Tag Radio SRF 3. Das «Echo der Zeit», Sieger im Qualitätsranking der Schweizer Medien, erreicht bei den 15- bis 24-Jährigen durchschnittlich 13,7 Prozent Marktanteil – mehr als jeder Privatsender im gleichen Zeitabschnitt.




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