Traditionelle TV-Sender konkurrieren bei ihren Werbeeinnahmen zunehmend mit Internet-Angeboten, die wie Facebook Bewegtbild und auch Live-Übertragungen anbieten. Google und Facebook gäben dabei die Entwicklung vor, sagte die Beraterin und Journalistin Juliane Leopold am 26. Januar auf einem Kongress in Berlin. Auf der Suche nach aktuellen Nachrichten würden junge Leute heute oft auf YouTube zurückgreifen. „Dort treffen sie aber auf ein großes Kommunikationsloch.“ Denn die deutschen Nachrichtensender hätten diese Entwicklung bislang verschlafen. „Jeder Sender hat seine App, ist auf YouTube aber nicht präsent.“

Auf dem NewTV Summit des Digitalverbands Bitkom stand am Donnerstag, den 26. Januar in Berlin die Zukunft des Fernsehens im Mittelpunkt. Unter anderem stellte Facebook neue Funktionen von Facebook Live vor, über das Nutzer Videos in Echtzeit auf der Plattform präsentieren können. Simon Koschel von der Gamer-Plattform Twitch berichtete, wie sich die Dynamik von Communities nutzen lasse, um solche Angebote profitabel zu gestalten.

Bei den neuen Formaten im Netz seien jedoch die ethischen Implikationen noch gar nicht geklärt, sagte Leopold. Welche Herausforderungen es gibt, sei schon etwa bei Videos des IS von Enthauptungen erkennbar gewesen, die in sozialen Netzwerken und auf YouTube kursierten. Auf Video-Plattformen oder sozialen Netzwerken sei für die Nutzer nicht mehr unmittelbar erkennbar, nach welchen Kriterien die Inhalte zusammengestellt seien. Eine Offenlegung der dahinter agierenden Algorithmen würde allerdings auch die Missbrauchsgefahr erhöhen, warnte Leopold.