Fünf Stammgäste präsentieren ihre Lieblingsrestaurants und laden dazu ein, das Appenzellerland eine Woche lang kulinarisch zu entdecken. Am Schluss gewinnt diejenige Beiz, welche in den Kategorien Ambiente, Essen und Preis-Leistung am meisten überzeugen kann.

Es kämpfen um den Wochensieg:

Montag, 6. März: Restaurant Harmonie, Wolfhalden
Der Wirt Matthias Stocker, 28, ist direkt neben dem Restaurant aufgewachsen und hat es vor zweieinhalb Jahren übernommen. Er ist, nach Lehr- und Wanderjahren im In- und Ausland, wieder nach Wolfhalden gezogen. Das Lokal ist etwa 300 Jahre alt und hat einen Saal im typischen Appenzeller Stil. Das Besondere an der Harmonie ist vor allem, dass Matthias den gesamten Betrieb alleine führt. Er hat keine feste Menükarte und orientiert sich jeden Tag neu anhand der Angebote vom Metzger oder den Gästewünschen. Bei ihm bekommt man alles, vom Fleischkäse bis hin zum 13-Gänge-Menü. Das schätzt auch sein Stammgast, Bruno Kellenberger, 65, pensionierter Koch und ehemaliger Beizer.

Dienstag, 7. März: Gasthaus Bären, Speicherschwendi

Das Haus wurde im Jahr 1850 erbaut und diente bis 1901 als Postkutschenstation, Poststelle und Landwirtschaftsbetrieb. Ab 1912 wurden die Postkutschenstation und der Landwirtschaftsbetrieb aufgegeben, und das Gebäude diente fortan als Backstube. Später nutze man das Haus als Speiselokal, und im Jahr 1984 übernahm der Wirt Peter Zöllig, 59, das Gasthaus als Pächter. Von der Terrasse hat man einen wunderbaren Ausblick auf den Bodensee. Im Gasthaus Bären wird eine saisonale Karte mit einer gutbürgerlichen Küche auf hohem Standard angeboten. Zu den Spezialitäten gehört unter anderem das «Bären-Steak» mit Knoblauchsauce. Guido Giesinger, 47, vertritt das Lokal als Stammgast.

Mittwoch, 8. März: Gasthaus Ochsen, Schwellbrunn
Seit 1939 befindet sich das Gebäude in Familienbesitz vom Wirt Peter Sturzenegger, 43. Seine Grosseltern haben im Haus eine Metzgerei und ein Restaurant eröffnet. Beide Betriebe werden nun in der dritten Generation geführt. Das Haus steht mitten in dem kleinen Dorf Schwellbrunn und ist denkmalgeschützt. Die Spezialität im Gasthaus Ochsen ist das Fleisch aus der hauseigenen Metzgerei. Besonders gut verkaufen sich die Appenzeller Siedwürste oder das Kalbshohrückensteak. Bruno Raschle, 56, schätzt an seiner heimeligen Lieblingsbeiz, dass hier die Dorfgemeinschaft zusammenkommt.

Donnerstag, 9. März: Restaurant Sonne, Rehetobel
Das Restaurant der Wirtin Katharina Schläpfer, 59, befindet sich etwas ausserhalb von Rehetobel in einem Naherholungsgebiet. Das Haus ist ein typisch altes Appenzeller Haus; klein, heimelig und sehr gemütlich. Die Küche hat das Qualitätssiegel «Culinarium» – das heisst, dass hier ausschliesslich regionale und nur saisonale Produkte verwendet werden. Gekocht wird klassische Hausmannskost nach Grossmutters Art, zum Beispiel paniertes Schweinekotelett oder Schmorbraten. Der Stammgast Daniel Haas, 60, ist Betreiber eines Take-away-Standes. Er schätzt unter anderem auch das gute Preis-Leistungs-Verhältnis seines Lieblingslokals.

Freitag, 10. März: Restaurant Kreuz, Schönengrund
Das Restaurant mit thailändischen und Schweizer Spezialitäten wurde vor fast drei Jahren von Thomas Brunner, 54, und Chai Bunrasri, 45, eröffnet. Es ist ein Kleinbetrieb, den die beiden alleine bewirtschaften. An vereinzelten Abenden werden sie im Service von diversen Aushilfen unterstützt. Die Spezialität des Hauses heisst «Nüa a la Kreuz» und ist eine Kombination aus der Schweizer und der thailändischen Küche. Das «Nüa», thailändisch für Rind, ist ein Rindsfilet und stellt den Schweizer Teil des Menüs dar. Die Beilagen, Reis und Gemüse, werden auf thailändische Art zubereitet. Kurt Naef, 69, schätzt an seiner Lieblingsbeiz, dass sie kulinarische Exotik nach Schönengrund gebracht hat.