Ausstrahlungsdatum: Donnerstag, 11. Mai 2017, 21.05 Uhr, SRF 1

Sie klagen über verspätete Züge, verstopfte Strassen, nervige Mitreisende und Dichtestress. Millionen kämpfen sich in der Schweiz jeden Tag an den Arbeitsplatz. Aber: Es gibt tatsächlich auch Pendler, die den Arbeitsweg als Erholungszeit geniessen.

Die «DOK»-Serie «Wir Pendler» begleitet Menschen, die mit verschiedenen Verkehrsmitteln unterwegs sind. Bahnpendler Kaj Evers zum Beispiel, reist Tag für Tag von Biel nach Zürich, zu ganz unterschiedlichen Zeiten. Er kennt jeden Pendlertrick, sein Alltag ist geprägt von Ritualen – vom Morgenkaffee am Bahnhof bis zur Thermosflasche Ginger-Lemon-Tee für die Rückfahrt. «Pendeln ist ein Chabis», sagt Evers. Seine Heimatstadt Biel will er aber ebenso wenig aufgeben wie seinen Job am Theater am Hechtplatz in Zürich.

Tausende von Kilometern im Flugzeug
Die Langstreckenpendlerin Catherine Walter-Laager ist im Flugzeug jede Woche zwischen Zürich, Graz und Berlin unterwegs. Die Erziehungswissenschaftlerin kombiniert Lehre und Forschung, sie arbeitet gern und viel. Ihre Familie sieht sie nur am Wochenende. Die Tage sind streng getaktet und wenn es einmal eine ausserplanmässige Änderung gibt, dann ist hohe Flexibilität angesagt.

Die Kindergärtnerin Raphaela Frei aus Nürensdorf legt jede Woche 700 Kilometer im Auto zurück – oft in Begleitung ihres Mops‘, der auf den Namen Panda hört. Bei ihr fällt nicht nur das Pendeln an die Pädagogische Hochschule ins Gewicht, sie nimmt auch privat viele Stunden Fahrt auf sich, um ihren Freund und ihre Familie zu besuchen. Für Raphaela Frei ist das Auto «Pixie» zweite Wohnstube und zweite Handtasche, wie sie selber sagt. Sie schätzt die vielen Fahrten als Erholungszeit. Sorgen macht ihr allerdings der Zustand von «Pixie»: Das Getriebe kreischt zuweilen markerschütternd, «wie ein Drache in ‚Herr der Ringe’».