Ausstrahlungsdatum: Donnerstag, 6. Juli 2017, 22.25 Uhr, SRF 1
Verschwörungstheorien und Fake News haben Hochkonjunktur im politischen Kampf gegen angebliche Eliten. «#SRFglobal» fragt: Sind es wirklich nur Dumme, die auf Fake News und Verschwörungstheorien stehen? Arthur Honegger moderiert die Sendung.
Verschwörungstheorien sind meistens völlig absurd und manchmal auch bösartig. Die «Geheime Weltregierung» ist ein Dauerbrenner unter den Verschwörungstheorien. Gebildet wird diese (beispielsweise) von Wirtschafsbossen, Geheimdiensten, Politikern und Journalisten, in ihrem Zentrum stehen die Rothschild-Bankiers: Antisemitismus ist Bestandteil vieler Verschwörungstheorien.
Der Glaube, dass Katzen die Welt regieren, hat da vergleichsweise einen gewissen Charme und ist wohl bereits eine Ironisierung anderer ebenso kruder Verschwörungstheorien. «Cats rule the world» liefert bei Google immerhin sieben Millionen Ergebnisse, bei «flat earth» sind es sogar 18 Millionen.
Doch wer glaubt daran? Oft spielt der Kampf «das einfache Volk» gegen «die Elite» eine zentrale Rolle. (Verschwörungstheorien haben daher immer auch das Potenzial guter Unterhaltung, bieten Stoff für Bücher, Filme und TV-Serien.) Bisher machten Wissenschaftler hauptsächlich ein «subjektives Gefühl des Kontrollverlusts» verantwortlich dafür, dass Menschen an Verschwörungstheorien glauben. Es wurde auch festgestellt, dass viele ihrer Anhänger Eliten kritisch und misstrauisch gegenüberstehen. Und dass die Aufdeckung realer Lügen und Verschwörungen die Akzeptanz von Verschwörungstheorien logischerweise befördern. Wie beispielsweise:
– die Iran-Contra-Affäre (1985/86)
– die Versenkung des Greenpeace-Schiffs «Rainbow Warrior» (1985)
– die angeblichen Massenvernichtungswaffen des Iraks (2003)
– die NSA-Abhöraffäre (2013).
Arthur Honegger vertritt in dieser «#SRFglobal»-Sendung den auslandabwesenden Florian Inhauser. Er befragt den deutschen Sozialpsychologen Roland Imhoff, Professor an der Uni Mainz. In einer Untersuchung hat dieser festgestellt, dass es noch eine weitere, bisher unterschätzte Motivation gibt für die Anhänger von Verschwörungstheorien: «Der Glauben an Verschwörungen hängt stark zusammen mit dem Bedürfnis, sich abzuheben, aussergewöhnlich zu sein. Er gibt den Anhängern das Gefühl, zu den wenigen Menschen zu gehören, welche die wirkliche Dynamik hinter der Aktualität verstehen.»
Die Korrespondenten Thomas von Grünigen in New York und Adrian Arnold in Berlin berichten, wie Verschwörungstheorien und Fake News zum Vehikel politischer Auseinandersetzung in ihren Ländern geworden sind. US-Präsident Donald Trump ist inzwischen nicht nur mehr Urheber, sondern auch schon Opfer von Fake News. Und in Deutschland rüsten sich Politik und Medien im Hinblick auf die entscheidende Phase des Wahlkampfs um den Bundestag gegen Fake News, Unterstellungen und Verschwörungstheorien.




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