Ausstrahlungsdatum: Freitag, 11. August 2017, 22.25 Uhr, SRF 1

Pünktlich zum Start der diesjährigen Streetparade zeigt SRF 1 den preisgekrönten Dokumentarfilm «Raving Iran – Zwei DJs gegen das iranische Regime». Anoosh und Arash arbeiten als DJs in Teherans Underground Technoszene. Das ewige Versteckspiel mit der Polizei ist zermürbend. Eine Karriere aufzubauen unmöglich. Ihr erstes illegales Album wurde bisher kaum verkauft. Als Anoosh kurzzeitig verhaftet wird, erlischt auch der letzte Funken Hoffnung. Unerwartet werden sie zu einem riesigen Techno Festival in die Schweiz eingeladen. Nach der anfänglichen Euphorie unter Millionen von Ravern stellt sie die näher rückende Heimreise vor eine grosse Entscheidung.

Anooshs und Arashs Leidenschaft ist Deep House. Sie sind die Helden von Teherans Underground Technoszene. Die Musik erlaubt ihnen, ihrer Frustration über das repressive System Ausdruck zu verleihen und ist ein persönlicher Akt der Rebellion in einem Land, in dem bereits der Konsum westlicher Musik zu Gefängnis und hohen Strafen führen kann. Die beiden Musiker organisieren ihre illegalen Raves in Teheran unter strengster Geheimhaltung. Denn bereits der kleinste Fehltritt könnte sich als fatal herausstellen.

Wie kann man in einem Land überleben und seine Individualität behalten, in dem alles rigoros kontrolliert wird? Müde und desillusioniert von dem ewigen Versteckspiel mit der Polizei und einer stagnierenden Karriere organisieren sie unter gefährlichen Umständen einen letzten ekstatischen Rave in der Wüste.

Dann erreicht sie ein Anruf von der Street Parade in Zürich. Sie sind eingeladen, aufzulegen. Nach langem Bangen erhalten die beiden ein Fünf-Tage-Visum. In der Schweiz angekommen katapultieren sie Radio- und Zeitungsinterviews, Millionen von Ravern und DJ Kollegen in eine andere Sphäre. Die anfängliche Euphorie verfliegt jedoch schnell, denn die näher rückende Abreise stellt sie vor eine grosse Entscheidung.

Der Kinoerstling von Regisseurin Susanne Regina Meures vermittelt einzigartige Einblicke in die Subkultur von Teheran. Der Film entstand unter grossen persönlichen Risiken und wurde zu grossen Teilen mit versteckter Handykamera aufgenommen. Er zeigt die Perspektivlosigkeit einer Generation, die sich nach einem freien Leben sehnt.