Ausstrahlungsdatum: Donnerstag, 24. August 2017, 22.25 Uhr, SRF 1
Noch immer sterben in der Schweiz Jahr für Jahr Hundertausende Versuchstiere für die Forschung, das weist die jährliche Statistik des Bundes aus. Tiere quälen und töten für Produkte des täglichen Lebens: Tierversuche sind die hässliche Realität unserer Gesellschaft. Forschung und Entwicklung zum Wohle des Menschen gehen auch auf Kosten der Tiere – muss das wirklich sein? Tobias Müller moderiert die Sendung.
Primatenforschung im Fokus
Neurowissenschaftler der Universität Zürich möchten mit Implantaten an Affen Experimente durchführen, um Ursachen für Depression oder Schizophrenie zu erforschen. Das ruft die Tierschützer auf den Plan. Exemplarisch zeigt das Vorhaben die Krux von Tierversuchen auf: Dürfen Tiere überhaupt im Dienst am Menschen für die Forschung leiden?
Mini-Organe aus Stammzellen
Der holländische Molekulargenetiker Hans Clevers will aus körpereigenen, adulten Stammzellen Mini-Organe züchten, sogenannte «Organoide». Speziell der Darm hat erstaunliche Erneuerungskräfte: Alle zwei bis vier Tage erneuert dieser seine gesamte Oberfläche. Die Eigenschaften dieser Darmstammzellen wollen die Forscher auch im Labor nutzen und daraus neue Mini-Organe züchten, um etwa – völlig ohne Tierversuche – Medikamente daran zu testen.
Der Lungen-Chip aus Bern
Gerade mal einen Zentimeter klein ist der Chip, bestehend aus zwei künstlichen Membranen mit eigenartigen Löchern drin. Doch mit diesem Chip haben Mediziner am Berner Inselspital und Bioingenieure Grosses vor: Er bildet die Prozesse beim Sauerstofftransport im Innern der Lunge nach und könnte, wenn er funktioniert, künftig Tierversuche für Medikamententests gegen Lungenkrankheiten weitgehend dezimieren.
Silikon statt Tierversuche
Letztlich wäre es sogar möglich, Tierversuche komplett durch virtuelle Modelle und viel Rechenpower zu ersetzen. Biochemiker der Universität Zürich arbeiten etwa daran, das Verhalten von Molekülen gegenüber bestimmten Enzymen am Computer minutiös zu berechnen, ohne auch nur einen Tierversuch dafür nötig zu machen. «Einstein» fragt nach, ob diese sogenannte «in silico»-Methode eine Zukunft hat.




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