Ausstrahlungsdatum: Mittwoch, 30. August 2017, 22.25 Uhr, SRF 1
Wir tragen es mit uns, schauen ständig drauf: Das Smartphon ist Segen, erleichtert das Leben. Es verknüpft uns mit der Welt, weist unseren Weg, organisiert unseren Alltag. Den Fluch daran verdrängen wir gern: die Spuren, die wir im Netz hinterlegen. Ein Blick auf die Kehrseite der digitalen Welt und den Preis, den wir dafür zahlen. Und ein Blick hinter den Touchscreen unseres Handys.
Ausgezählt – Wie sozial ist das Netz?
«Kleider machen Leute» – das war einmal. Die Digitalisierung krempelt das soziale Gefüge um. Bald heisst es: «Zahlen machen Leute». Der Berliner Soziologe Steffen Mau hat untersucht, wie Big Data, Algorithmen und Social Media auf das menschliche Miteinander einwirken. Sein Befund: Das soziale Wesen «Mensch» wird zunehmend als Datensatz begriffen, als Profil aus Zahlen-Informationen. Als solches ist er vergleichbar, skalierbar und bewertbar. Es entsteht ein allumfassendes «social ranking», das über Privilegien und Benachteiligung entscheidet. Ein endloser Wettkampf um bessere Zahlen droht.
Ausgetrickst – Kunst für die Datenfreiheit
Für ihre Kunst entwickeln Christoph Wachter und Matthias Jud autonome Netze. Digitale Kommunikationslösungen für den Alltag, für jeden nutzbar, aber nicht kontrollierbar: Ob in China oder in der Türkei, wo der freie Zugang zu Inhalten im Netz eingeschränkt wird, ist das renommierte Künstlerduo zur Stelle. Eine eigens entwickelte Software überlistet die Überwachungsapparate, Antennen aus Blechdosen verbreiten Nachrichten ins «freie» Künstler-Netz – ohne Internetprovider. Simpel aber äusserst wirkungsvoll. «Kulturplatz» hat sich eingeloggt.
Ausgedatet – Genderspiele im Silicon Valley
Das Silicon Valley steht unter Sexismusverdacht. Ein gefundenes Medienfressen: Die Hochburg für technologische Innovation sei gar frauenfeindlich, heisst es. Ein Memo des Google-Mitarbeiters, James Damore, hatte den geringen Anteil von Frauen in der IT-Branche mit angeblich biologischen Unterschieden zu erklären versucht. Er wurde entlassen. Wie frauenfeindlich ist die Softwarebranche wirklich? Und was sagen Schweizer IT-Frauen?




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