Ausstrahlungsdatum: Donnerstag, 31. August 2017, 22.25 Uhr, SRF 1

Satelliten vermessen unsere Erde immer präziser und detaillierter. Die Überwachung aus dem All nützt zum Beispiel dem Umweltschutz oder hilft, Menschen vor Naturgefahren zu warnen. Doch die Datenflut richtig auszuwerten, ist hochkomplex – es drohen Fehlschlüsse und verpasste Erkenntnisse. Schliesslich können die Daten aus dem Weltall auch missbraucht werden – etwa für wirtschaftliche Vorteile, denn Wissen ist Macht. Ein «Einstein» über die Chancen und Risiken von Big Data aus dem Weltall. Tobias Müller moderiert die Sendung.

Die Entdeckung der Monsterwelle
Seemannsgarn – oder die unbekannte Gefahr der Ozeane? Monsterwellen waren lange das Mysterium der Meere. Erst Satellitendaten konnten das Rätsel lösen: Die gigantischen Wellenberge, die ganze Schiffe verschlucken können, gibt es tatsächlich. Sie entstehen bei ganz spezifischen Windbedingungen. Dieses Wissen soll nun genutzt werden, um ein Frühwarnsystem aufzubauen.

Der Blick von oben aufs Flüchtlingslager
Zaatari ist eines der grössten Flüchtlingslager der Welt, das sich in atemberaubendem Tempo zur viertgrössten Stadt Jordaniens entwickelt hat. Vor Ort den Überblick über die Zahl der Bewohnerinnen und Bewohner zu behalten, war kaum möglich. Satellitenbilder schafften hier Abhilfe – und machten es einfacher, Nahrungsmittel und Wasser besser zu verteilen.

Die Route durchs ewige Eis
Eine Schiffsreise durchs Packeis des Nordpolarmeers ist gefährlich – in wenigen Stunden kann das Eis zufrieren, und das Schiff steckt fest. Mithilfe von Satellitendaten haben Forscher deshalb ein Navigationssystem entwickelt, das in Echtzeit für jedes Schiff eine individuelle Route errechnet. Das ermöglicht neue, wirtschaftlich interessante Schiffsrouten – und schützt hoffentlich auch das hochsensible Ökosystem der Arktis.

Den Umweltsünder im Visier
Überwachung aus dem All? Sie ist bereits Tatsache: Das EU-Projekt «Clean Sea Net» nützt Satellitendaten für den Umweltschutz. Wer unerlaubt Öl ins Meer lässt, geht das Risiko ein, von den Öldetektiven aus Lissabon entdeckt zu werden. Das scheint abzuschrecken: Seit es Clean Sea Net gibt, ist die Verschmutzungsrate der Meere gesunken.

Die Jagd nach dem Grundwasser
Satelliten enthüllen, was dem menschlichen Auge verborgen bleibt: Die Satelliten der Grace-Mission können das weltweite Grundwasser messen. Und die Daten zeigen Erschreckendes: In den letzten 15 Jahren ist es drastisch zurückgegangen. Besuch bei einem Bauern in den USA, dessen Wasserkontingent in dieser Zeit um 65 Prozent geschrumpft ist. Hier wird erlebbar: Wissen, wo Wasser ist, bedeutet Macht und Einfluss. Wem also gehören die Daten? Wer alles soll sie nutzen dürfen?