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Strict but fair
«Kulturplatz»: Sein und Design – Wie Design eine bessere Welt gestalten will
Ausstrahlungsdatum: Mittwoch, 6. September 2017, 22.25 Uhr, SRF 1
Was haben Haare, Popcorn, eine Flüchtlingsunterkunft und ein Heim für Demenzkranke gemeinsam? Ganz einfach: Für Designer sind dies Werkstoff oder Wirkungsstätte. Was Design will, und welche Rolle Designer in der Gesellschaft übernehmen, diskutiert «Kulturplatz» anlässlich der Design Biennale Zürich. Eva Wannenmacher moderiert die Sendung.
Rundgang durch die Design Biennale
Eva Wannenmacher macht an der Design Biennale unter anderem bei Fabio Hendry Station, der mit «Abfallmaterialien», wie dem beim 3D-Drucker anfallenden Pulver oder den beim Coiffeur gesammelten Haaren, Experimente macht, die zu überraschenden Resultaten führen. Wiederverwertbarkeit und Nachhaltigkeit sind Fragen, die Designer heute ebenso beschäftigen wie die Frage nach den Materialien von morgen. Und wenn Eva Wannenmacher an der BioabbauBar des Material-Archivs Pommes Chips knabbert, so isst sie mit der Kartoffel einen Rohstoff, der auch ganz anders verwendet werden kann.
Ein Blick zurück in die Designgeschichte
Wie eng Design mit gesellschaftlichem Wandel zusammenhängt, das zeigt ein Blick auf die letzten hundert Jahre Designgeschichte. Von der Reformbewegung der 20er-Jahre, als Gestalter die Lebensbedingungen der Massen in den wachsenden Städten verbessern wollten, über die Entwicklung der Konsumgesellschaft, die den Menschen als «Endverbraucher» versteht, hin zum Kult um Stardesigner in den 80er-Jahren – das Selbstverständnis der Designer unterliegt einem steten Wandel. Im letzten Jahrzehnt besinnt sich das Design wieder zurück auf seine soziale Verpflichtung.
Was ist Social Design?
Design wird häufig als «Aufhübschungsdisziplin» verstanden, die vorzugsweise in den westlichen saturierten Gesellschaften zur Anwendung kommt. Social Design setzt hier einen Kontrapunkt: Es meint die Fokussierung von Design auf gesellschaftliche Wirkung. Dies geschieht sowohl in der Dritten Welt als auch bei uns, wo Designer bei Problemen wie Überalterung oder Migration einen Beitrag leisten. An den Schnittstellen arbeiten Designer mit Städtebauern, Sozialarbeitern, Ingenieuren zusammen – erfolgreich offenbar, werden sie doch vermehrt von NGOs und staatlichen Stellen angefragt.
Wie man Nachbar wird – Design verbindet Menschen
Designer liefern Lösungen auf die brennenden Probleme unserer Gesellschaft – konkret etwa die Flüchtlingskrise und die Zunahme von Menschen mit Demenz. Zwei junge Designer entwarfen gemeinsam mit den Bewohnern eines Asylzentrums und den Quartieranwohnern einen Gemeinschaftsgarten, um das gegenseitige Verständnis zu fördern. Und um demente Menschen in ihrer Welt abzuholen und eine Therapiemöglichkeit zu bieten, gestaltete eine junge Designerin ein «Spielzeug», das zum taktilen Erforschen einlädt. Zwei Beispiele aus der Praxis, wie Social Design zum Einsatz kommen kann.
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