Fünf Stammgäste präsentieren ihre Lieblingsrestaurants und laden dazu ein, den Kanton Tessin kulinarisch zu entdecken. Welches Grotto kann in den Kategorien Essen, Ambiente und Preis-Leistungs-Verhältnis am meisten überzeugen?
Um die Punkte kämpfen folgende Grottos:
Montag, 25. September: Grotto Scalinata, Tenero
Der Wirt Marzio Eusebio, 63, hat das Grotto vor anderthalb Jahren gekauft und kannte bereits das alte Wirtepaar. Bereits als Jugendlicher war er Gast im Scalinata. Es ist ein echtes Tessiner Grotto in einem Haus, das über 120 Jahre alt ist. Früher war es ein landwirtschaftliches Familienhaus. Im Frühling 2017 hat Marzio Eusebio die ersten Renovierungsarbeiten abgeschlossen und den Weinkeller umgebaut, der sich als Apéro-Raum anbietet. Die zweite Bauphase wird erst nach der Hauptsaison im Herbst/Winter 2017 in Angriff genommen. Dann will er den Stall zu einem weiteren Gastraum umgestalten. Stammgast ist Elio Walcher, 76. Mit diesen Argumenten will er die Konkurrenz überzeugen: die wunderschöne Lage, die einfachen aber feinen Menüs sowie ein Wirt, der auch anwesend ist. Und: Man finde immer einen Parkplatz.
Dienstag, 26. September: Grotto Sassello, Gerra
Das Haus war bis vor 40 Jahren ein Wohnhaus. Erst dann wurde es als Grotto genutzt. Seit dem Frühling 2016 betreibt der Wirt Stefano Pini, 26, das Sassello zusammen mit seiner Freundin Vanessa Baseggio, 27. Die Gaststätte liegt 100 Meter vom Fluss Verzasca und etwa zehn Autominuten von der berühmten Staumauer entfernt, wo die Szenen für einen der James-Bond-Filme gedreht wurden. Ausserdem ist die Aussicht in die Bergwelt um das Sassello herum bemerkenswert. Zu den Highlights der Küche zählen die selbstgemachte Pasta, der Ziegenkäse oder das Löwenzahnpesto. Oder der Rindsschmorbraten, der 16 Stunden im Ofen gart. Da läuft nicht nur dem Stammgast Hans Hobi, 71, das Wasser im Mund zusammen. Der pensionierte Sportgeschäft-Inhaber will mit der Lage, dem freundlichen Personal und den kulinarischen Köstlichkeiten trumpfen.
Mittwoch, 27. September: Grotto Brunoni da Regis, Golino
Das Grotto Brunoni ist ein echtes altes Tessiner Grotto. Der Wirt Regis Mayor, 58, und seine Frau Paola, 58, haben das Lokal vor zwölf Jahren übernommen. Es wird seit über 100 Jahren als kleine Gastwirtschaft geführt. Das Haus gibt es bereits seit 1868 und es hat eine schöne Terrasse, die umsäumt ist von alten Bäumen. Zu den Spezialitäten der Küche zählen Polenta, Gnocchi, Risotto, Schweinshaxe, Rindsbraten, Brasato, Kaninchen – alles, was die Tessiner Küche zu bieten hat. Im Herbst gibt es diverse Wildspezialitäten und «Capra Bollita» (gekochtes Ziegenfleisch). Stammgast ist die pensionierte Sekretärin, Elisabeth Philipp, 65. Ihre Argumente für den Wochensieg: das gute Essen, vom Wirt selber gekocht, das freundliche Personal und die schöne Terrasse.
Donnerstag, 28. September: Grotto la Baita, Magadino
Dieses Grotto vom Wirtepaar Claudia und Gianluca Cuppone existiert seit über 20 Jahren. Früher war es ein Stall mit Eseln und Schweinen. Der Besitzer dieser Immobilie hat diese entsprechend umgebaut und zwar so, dass man sie auch als Wohnhaus hätte benützen können, falls sich das Grotto nicht rentiert hätte. Dies sieht man auch im Haus selber, weil in der Toilette zum Beispiel eine Dusche integriert ist und die Küche kaum grösser als eine private Küche ist. Das La Baita kommt sehr rustikal, traditionell und trotzdem gepflegt daher. Drei Argumente vom Stammgast Anita Fahrni, 46, warum ihr Lieblingsgrotto das beste ist: die Liebe zum Detail, die Kulinarik und die Herzlichkeit des Personals.
Freitag, 29. September: Grotto Ticinese, Cureglia
Das Grotto Ticinese gehört zu den ältesten Grottos im Tessin. Erbaut wurde es zirka im Jahre 1888 – dann wurde es das erste Mal in der Gemeinde urkundlich erwähnt. Der Wirt Bruno Heller, 55, arbeitet seit 2004 als Geschäftsführer dieses Grottos. Zwei über hundertjährige Platanen und viele weitere Pflanzen schmücken den Aussenbereich dieser Gaststätte. Im Tessin gibt es jährlich einen Wettbewerb zur Dekoration von Restaurants und Grottos. Da belegt das Grotto Ticinese immer wieder die Spitzenposition. Der pensionierte Waagenhändler Max Häner, 68, will die anderen Testesser mit der guten Lage, dem grossen Parkplatz und dem freundlichen, familiären Personal überzeugen.




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