Die Handball-WM der Frauen in Deutschland kann doch live im Free-TV übertragen werden. Dies kündigte Hassan Moustafa, Präsident der Internationalen Handball-Föderation (IHF), am Samstag auf dem DHB-Bundestag in Berlin an. „Wir haben seit mehr als eineinhalb Jahren versucht, wegen der TV-Rechte eine Lösung zu finden. Am Montag können wir einen entsprechenden Vertrag unterschreiben“, sagte Moustafa. Details nannte er zunächst nicht.
Die IHF hatte die Rechte an den Weltmeisterschaften von 2015 bis 2017 an das katarische Unternehmen beIN Sports vergeben. Wegen einer geforderten Verschlüsselung hatten sich ARD und ZDF mit dem Rechteinhaber nicht einigen können. Dass die Handball-Länderspiele der deutschen Frauen gegen Vizeweltmeister Niederlande an diesem Wochenende nicht im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu sehen sind, kritisierte der DHB-Präsident Andreas Michelmann deutlich:“Ich habe die Verträge für diese beiden Länderspiele so lange wie möglich rausgeschoben, weil ich es ziemlich dreist fand, dass ARD und ZDF sich nur die Männerspiele genommen haben. Und das unmittelbar vor der Frauen-Weltmeisterschaft im eigenen Land und an einem Wochenende, wo wir 100 Jahre Handball feiern“, sagte Michelmann am Samstag nach seiner Wiederwahl zum Präsidenten des Deutschen Handballbundes (DHB).
ARD und ZDF hatten sich lediglich die Live-Rechte für die Doppel-Länderspiele der Männer gegen Spanien am Samstag in Magdeburg und Sonntag in Berlin gesichert. Die Frauen mussten mit einer Internet-Übertragung auf Sportdeutschland.tv vorlieb nehmen. „Ich habe manchmal den Eindruck, die Frauenförderung bei ARD und ZDF beschränkt sich auf die Förderung der eigenen Mitarbeiterinnen und auf Sendungen wie Mona Lisa und ab und zu mal eine Talkshow“, wetterte Michelmann. Seinen Unmut habe er auch den Sendern gegenüber deutlich zum Ausdruck gebracht.




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