Ausstrahlungsdatum: Donnerstag, 23. November 2017, 22.25 Uhr, SRF 1
2,5 Milliarden Menschen haben keinen Zugang zu Toiletten. Eine unhaltbare Misere, die in Entwicklungsländern jährlich Hunderttausende Kinderleben fordert. Während sich Abermillionen im Freien erleichtern müssen, machen wir uns keinerlei Gedanken über unsere Ausscheidungen. Sollten wir aber: Unsere Kanalisationen stossen an ihre Grenzen. Wir verschwenden zum Spülen bestes Wasser und belasten die Felder mit Kunstdünger, statt Urin als natürliche Ressource zu nutzen. Die Welt steckt in einem stinkenden Dilemma. «Einstein» zeigt, weshalb die globale Toilettenkrise uns alle angeht, und warum Forscher auf der Suche nach Lösungen ihre Nase manchmal tief in stinkende Toiletten stecken müssen. Tobias Müller moderiert die Sendung.
Fahnen für die Sauberkeit
«Es fehlt nicht am Geld und nicht an technischen Lösungen, es fehlt an Ideen, das Verhalten nachhaltig zu ändern», stellt Helvetas-Entwicklungshelfer Nicolas Morand fest. In seinem Tätigkeitsgebiet in Mosambik verrichten immer noch Millionen von Menschen ihre Notdurft im Freien. Mit Aufklärung, einem «Spaziergang der Schande» und einem einfachen Belohnungssystem sollen diese Menschen zum Gebrauch von einfachen Toiletten angehalten werden.
Forschernasen in Toiletten
Toiletten bedeuten Gesundheit. Die Überlegung beim Genfer Duftstoffkonzern Firmenich: Guter Geruch suggeriert Sauberkeit und ist die Basis dafür, dass selbst einfachste Aborte benutzt werden. Die Duftforscher sammelten weltweit Kotproben und isolierten im Labor vier Moleküle, die für den Gestank verantwortlich sind. Es gelang, einen Gegenduft zu entwickeln, der die Rezeptoren im menschlichen Hirn austrickst und die üblen Gerüche zerstört. Eine Innovation, die Leben retten könnte.
Auslaufmodell Wasserklo
Ein Drittel unseres Wasserverbrauchs lassen wir mit der WC-Spülung verschwinden. Eine unglaubliche Verschwendung einer überlebenswichtigen und vielerorts immer rareren Ressource. Statt den Urin als natürlichen Dünger zu nutzen, bringen wir giftstoffbelastete Industrieprodukten auf den Feldern aus. Wasserforscher der eawag Dübendorf haben Lösungen. Eine Genfer Grossüberbauung macht vor, wie wir in Zukunft vielleicht alle mit unseren wertvollen Ausscheidungen umgehen sollten.
Toilette der Zukunft
Während sich weltweit jeder zehnte Mensch im Freien erleichtern muss, forschen andere längst an der Toilette der Zukunft. In Deutschland wurde kürzlich ein App-gesteuertes WC vorgestellt. Die erste digital-vernetzte Toilette misst vollautomatisch zehn Indikatoren im Urin, die für ein optimales Fitness- und Ernährungsprogramm wichtig sind. Das WC der Zukunft als digitaler Helfer für die Gesundheit? «Einstein»- Moderator Tobias Müller hat sich auf den «BioTracer» gesetzt und Wasser gelassen.




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