Ausstrahlungsdatum: Freitag, 24. November 2017, 20.10 Uhr, SRF zwei
Im Juli 1985 reckt ein Siebzehnjähriger seine Fäuste in den Himmel über London. Boris Becker, der rotblonde Junge aus Leimen, hat Wimbledon gewonnen – eines der bedeutendsten Tennisturniere der Welt. 15’000 Menschen jubeln im Stadion, Millionen vor den Fernsehschirmen. Es ist die grosse Zäsur im Leben von Boris Becker, die alles verändern soll. Dieser Sieg ist erst der Anfang. Dreimal gewinnt Boris Becker Wimbledon, holt insgesamt sechs Grand-Slam-Titel. Der Film «Boris Becker – Der Spieler» blickt aus Anlass seines 50. Geburtstages im November noch einmal zurück auf die unvergessenen Auftritte des Leimeners auf den Tennisplätzen dieser Welt. Die Dokumentation widmet sich aber auch den Nachrichten zur Pleite Beckers, die seit Monaten die Schlagzeilen bestimmen.
Seine erste Million macht er mit 18, spielt insgesamt 25 Millionen an Preisgeldern ein. Sein Name wird zur Marke und sorgt für noch mehr Millionen in den Kassen der Werbeindustrie. Es folgen Einladungen von Präsidenten, Königshäusern, vom Weissen Haus und vom Papst. Er löst in Deutschland eine Beckermania aus, wird rumgereicht und vereinnahmt. Becker, dem es doch nur um seinen Tennissport geht, ist zu jung, um auf ein Leben in Öffentlichkeit vorbereitet zu sein. Mit dem Ruhm kommen die Erwartungen und die ganze Welt schaut zu. Bis heute. «Seit über 30 Jahren lebe ich öffentlich. Dafür zahlt man einen Preis.»
Die Autoren begleiten seit Ende 2016 die öffentlichen Auftritte Boris Beckers, der sie als einziges Fernsehteam mit in sein Haus nach London nimmt und in die Ferien nach Ibiza. Die Filmautoren beobachten ihn bei einem nächtlichen Pokerturnier in Tschechien und folgen ihm zu einem Auftritt in die englische Eliteuniversität Cambridge. Die Kamera ist dabei, wenn Becker sich einer längst überfälligen Operation am Sprunggelenk unterzieht. Bei all den Begegnungen macht Becker keinen Hehl aus seiner inneren Verfassung. Seine Verletzlichkeit ist zu spüren, sein Siegeswille und manchmal auch sein Einzelkämpfertum: «Den einen besten Freund habe ich nicht. Es gibt keinen Menschen, der alles von mir weiss.»




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