Ausstrahlungsdatum: Montag, 22. Januar 2018, 22.25 Uhr und 22.55 Uhr, SRF 1

Um das Vertrauen der Bevölkerung zu stärken, Anstürme auf Banken zu vermeiden und gleichzeitig die Zügel beim Geldumlauf in den Händen zu behalten, überlegen einige Zentralbanken, auch Privatpersonen Konten zur Verfügung zu stellen. «ECO» erläutert dieses Konzept. Im Anschluss diskutiert Reto Lipp im «ECO Talk» über die zehn Jahre seit der Finanzkrise mit Thomas Jordan, Präsident Schweizerische Nationalbank, und Alex Weber, Präsident UBS.

2008 bebte die Weltwirtschaft – mit Folgen für Angestellte, für Unternehmen, für ganze Länder. Das Image von Banken hat beispiellos gelitten und hat die Akteure des Finanzsystems in die Öffentlichkeit rücken lassen. Sowohl «ECO» um 22.25 Uhr als auch «ECO Talk» um 22.55 Uhr zeigen auf, wie sich das Vertrauen der Bevölkerung gegenüber dem Finanzsystem entwickelt hat.

Zehn Jahre nach dem Ausbruch der Finanzkrise krankt das System noch immer an mangelndem Vertrauen. Das fördert Konzepte wie Vollgeld oder Kryptowährungen, die einen Hype erleben. Notenbanken reagieren mit unkonventionellen Ideen: Um das Vertrauen der Bevölkerung zu stärken, Anstürme auf Banken zu vermeiden und gleichzeitig die Zügel beim Geldumlauf in den Händen zu behalten, überlegen einige von ihnen, auch Privatpersonen Konten zur Verfügung zu stellen. «ECO» geht diesem Konzept nach.

Wie agiert man, wenn Verantwortung und Misstrauen gleichermassen gross sind? Wie stellt man das Vertrauen in das Finanzsystem wieder her? Und wie kontrolliert man neue Phänomene, die sich teilweise ausserhalb dieses Systems abspielen, wie Bitcoin und andere Kryptowährungen? Dies bespricht Reto Lipp im Vorfeld des World Economic Forums im «ECO Talk» mit zwei wichtigen Entscheidungsträgern:
– Thomas Jordan, Präsident Schweizerische Nationalbank
– Axel Weber, Präsident UBS

Weitere Themen bei «ECO»:

Gerichtskosten – Wenig Gerechtigkeit für KMU
Seit das Zivilprozessrecht überarbeitet wurde, müssen Kläger die Kosten eines Gerichts vorschiessen – sonst hört es sich den Fall gar nicht erst an. Ein Nachteil für finanzschwache Unternehmen: Oft können es sich vor allem KMU nicht leisten, vor Gericht zu ziehen und ihr Recht einzufordern.

Konkursmissbrauch – Schaden in Milliardenhöhe
Viele Unternehmen kennen das Problem: Geht ein Geschäftspartner oder Kunde Konkurs, bleibt die Firma auf offenen Rechnungen sitzen. Besonders ärgerlich ist es, wenn betrügerische Absichten hinter einem Konkurs stehen. Missbräuchliche Konkurse verursachen in der Schweiz jedes Jahr einen Milliardenschaden. Die Behörden haben reagiert, spezielle Sonderkommissionen der Polizei jagen die sogenannten Firmenbestatter.

Schweizer Software für Callcenter in Afrika
Der Schweizer IT-Unternehmer Andreas Stuber verkauft mit seiner Firma Expertflow Software für Callcenter. Das Spezielle: Sein Hauptquartier hat er in Lahore in Pakistan aufgeschlagen. Dort sowie in Afrika befinden sich auch die meisten seiner Kunden. Darunter sind Steuerbehörden, Telekomfirmen und Banken. «ECO» hat den 46-Jährigen auf Geschäftsreise begleitet.