Ausstrahlungsdatum: Mittwoch, 24. Januar 2018, 22.55 Uhr, SRF 1

David ist sechs Jahre alt. Er sagt, bei seiner Geburt sei ein Fehler passiert: «Sie dachten, ich sei ein Mädchen, aber die Ärzte irrten sich und ich war ein Junge.» In «Transkinder» erzählen Kinder und Jugendliche in Spanien sehr offen von ihrem Weg zum Leben im anderen Geschlecht. Ihre Aussagen lassen erahnen, wie sich Jungs und Mädchen vor und nach der Transition fühlen. Ein Film von Roser Oliver und Lluís Montserrat. Passend zum Thema zeigt SRF 1 am Donnerstag, 25. Januar 2018, um 20.05 Uhr den ersten Teil des «DOK»-Zweiteilers «Das Geschlecht der Seele – Transmenschen in der Schweiz».

David gehört zu der Generation Transmenschen, die schon als Kinder sagen, sie seien im falschen Körper zur Welt gekommen. Sie entscheiden sich bereits im Kindesalter zu einer Transition, also zu einem Leben im anderen Geschlecht. Die ersten vier Jahre seines Lebens hiess David Sara. Aber seit er denken kann, fühlte er sich schon als Junge. Estel ist heute elf Jahre alt. Mit acht hat sie sich entschlossen, als Mädchen zu leben. Raquel, Mario und Marta waren schon Teenager als sie sich zur Transition entschlossen.

In «Transkinder» erzählen Kinder und Jugendliche in Spanien sehr offen von ihrem Weg zum Leben im anderen Geschlecht. Ihre Aussagen lassen erahnen, wie sich Jungs und Mädchen vor und nach der Transition fühlen. Und auch, was Eltern durchmachen, wenn sie sich damit auseinandersetzen müssen, dass ihre Kinder diesen Schritt machen möchten. Sie schwanken zwischen Ablehnung und Verständnis. Die Mutter von David sagt dazu: «Ich glaube, unsere Transkinder sind eine Art Wendepunkt für die Gesellschaft. Es ist eine neue Generation, deren Transsexualität von den Eltern akzeptiert wird. Zusammen haben wir die Möglichkeit, den Menschen zu helfen, es zu akzeptieren.»

Bei allem Verständnis reden die Eltern auch darüber, wie schwer dieser Prozess ist – einige reden von einem tief empfundenen Verlust. In der Dokumentation wird auch nach Erklärungen gesucht; warum es Kinder gibt, die sich im falschen Geschlecht fühlen. Die Endokrinologin Irene Halperin von der Klinik für Geschlechteridentität in Barcelona meint dazu: «Es ist möglich, dass es eine biologische Ursache gibt, welche bereits im Fötus entsteht. Ich bin mir nicht sicher, ob die Ursache immer dieselbe ist.» Und weiter: «In den meisten Fällen entwickelt es sich als Kleinkind. In dem Moment, in dem das Kind seine Identität entdeckt. Es gibt aber auch gut dokumentierte Fälle, in denen es erst viel später aufkommt – als Teenager oder sogar noch später. Es ist schwierig, ein einzelnes Muster zu beschreiben.» Ein Thema, zu dem es noch viel zu erforschen und auch gesellschaftlich zu diskutieren gibt.

SRF widmet dem Thema trans und Gender mehrere «DOK»-Filme und Diskussions-Sendungen:

Donnerstag, 25. Januar 2018, 20.05 Uhr, SRF 1
«DOK»: Das Geschlecht der Seele – Transmenschen in der Schweiz. Andrea (Teil 1)
Schon als kleines Kind fühlte sich Andrea von Aesch als Mädchen, obwohl sie unter dem Namen Andreas als Junge grossgezogen wurde. Heimlich zog Andreas die Kleider seiner Mutter an. Bis ihn eines Tages der Vater dabei erwischte und mit dem Kinderheim drohte. Über vierzig Jahre lang verdrängte Andrea dieses Geheimnis und litt darunter, sich niemandem anvertrauen zu können. Nicht einmal der eigenen Frau Nelly, trotz 25 Jahren Ehe. Abends, wenn Nelly schlief, zog Andreas los, fuhr mit dem Auto an den Waldrand und spazierte durch die Dunkelheit. Manchmal mit etwas Lippenstift, manchmal in einem Rock oder in Stiefeln mit Absätzen. Für Andrea waren diese Momente wie das Öffnen einer Tür in eine andere Welt. Eine Welt, in der sie das sein durfte, was sie immer schon war: eine Frau.

Sonntag, 28. Januar 2018, 11.00 Uhr, SRF 1
«Sternstunde Philosophie»: Mann oder Frau – Eine Frage des Gefühls?
Männer im Frauenkörper, Frauen im Männerkörper. Für viele ist das noch immer ein Tabu. Warum? Und was ist das eigentlich: unser Geschlecht? Yves Bossart spricht mit der Psychologin Myshelle Baeriswyl und dem Psychologen Hannes Rudolph über Mann und Frau – und alles, was dazwischenliegt.

Donnerstag, 1. Februar 2018, 20.05 Uhr, SRF 1
«DOK»: Das Geschlecht der Seele – Transmenschen in der Schweiz: Mann, Frau, Mensch (Teil 2)
«Ich bin ein Mann», «ich bin eine Frau» – für die meisten Menschen ist diese Aussage eine Selbstverständlichkeit. Doch nicht für alle: Bei Transmenschen stimmt das gefühlte und das bei der Geburt zugewiesene Geschlecht nicht überein. Der «DOK»-Zweiteiler von Béla Batthyany hat verschiedene Transmenschen im Alltag begleitet.

Freitag, 2. Februar 2018, 09.50 Uhr, SRF 1
«SRF mySchool»: Er – Sie – Was?
«F» für Frau, «M» für Mann: so steht es im Pass. Was, wenn sich jemand aber dem anderen Geschlecht zugehörig fühlt? Dann spricht man von trans*. Bei Transmenschen stimmt die empfundene Geschlechtsidentität nicht mit dem Geburtsgeschlecht überein.