Ausstrahlungsdatum: Mittwoch, 7. Februar 2018, 20.00 Uhr, SRF 1

Zwei Skirennfahrer, eine Rivalität. Das legendäre Duell zweier Helden sorgte in den 70er-Jahren in der Schweiz für Emotionen und Schlagzeilen. Hier Russi, der smarte Sportler, zuverlässig, elegant auf und neben der Piste. Da Collombin, der talentierte, wilde und unberechenbare Walliser Haudegen. Die Rivalen hielten die Schweiz in Atem, hatten unzählige Fans. Ihre Rennen waren regelrechte Strassenfeger und fesselten ein Millionenpublikum vor die Bildschirme. Der «DOK»-Film von Pierre Morath bringt dieses atemberaubende Duell zweier Skihelden zurück in die Gegenwart. Russi und Collombin schauen zurück auf eine bewegte und verrückte Zeit – ehrlich, offen und respektvoll.

Wie ein Komet stieg 1972 Collombin aus dem Nichts auf. An den Olympischen Spielen in Sapporo war Bernhard Russi klarer Favorit und Chef der Schweizer Alpin-Delegation. Collombin kannte niemand. Trotzdem holte er als Nobody Silber – nur knapp geschlagen von Russi. Eine grosse Rivalität fand hier ihren Anfang. Ein Duell, welches die Schweiz faszinierte. Der damals 21-jährige feurige Romand erschütterte mit seinem unverschämten Talent die gesamte Skiwelt und forderte fortan Rennen für Rennen seine Rivalen mit spektakulär-riskanten Fahrten heraus. Groupies verehrten beide Helden wie Rockstars. Collombin genoss diese Popularität und das Nachtleben, er habe bei vielen Mädchen sein Autogramm auf Brüsten oder Pos platziert, meint Collombin. Russi hingegen zeigte sich stets seriös als Sportler und galt als Traumschwiegersohn.

Beide gewannen insgesamt acht Abfahrtsrennen. Doch wer ist der grösste aller Skirennfahrer? Eine Frage, welche Skiwelt und Nation gleichermassen beschäftigte. Bis zwei spektakuläre Stürze in Val d’Isère die Karriere des jungen Wallisers jäh beendeten. Nach seinem zweiten Sturz war Collombin zwei Tage gelähmt, spürte seine Beine nicht mehr. Er erholte sich zwar, fuhr aber nie mehr ein Skirennen. Er heiratete, gründete eine Familie und war jahrelang im Wallis als Getränke- und Weinhändler tätig. Noch heute führt er ein Bistro, eine Raclette-Bar, wo er sich zusammen mit Gästen bei einem Glas Wein regelmässig die wilden Duelle der 70er-Jahre anschaut. Bernhard Russi wurde erfolgreicher Werbebotschafter, langjähriger SRF-Fernsehkommentator und international tägiger Pistenbauer. Trotz ihrer Rivalität, heute verbindet die beiden Antipoden eine Freundschaft.

Der «DOK»-Film von Pierre Morath bringt diese Ära der frühen 70er-Jahre zurück in unsere Gegenwart. Dieses atemberaubende Duell zweier Skihelden überzeugt durch die Intensität des Wettbewerbs, die unvorstellbare Risikobereitschaft und unterschiedlichen Charaktere der damaligen Dominatoren des Abfahrts-Weltcups. Die vielen Anekdoten und Legenden, die sich um dieses sporthistorische Duell ranken, sind aus heutiger Sicht kaum mehr vorstellbar.

Die beiden Antipoden Russi und Collombin schauen 40 Jahre später zurück auf eine bewegte und verrückte Zeit. Sie tun das ehrlich, offen und respektvoll. Der Film beleuchtet neben den beiden auch eine Zeit, in der eine Livefernsehübertragung über Mittag noch eine Sensation war. Eine Zeit, als fast die ganze Schweiz die Rennen vor den TV- oder Radiogeräten mitverfolgten. Es war eine Zeit, in der die Spitzensportler authentisch und spontan auftraten und sagten, was sie denken. Unbeeinflusst durch Marketing, Medientrainings oder PR-Berater. Es war die Zeit nach 1968, in der die Sportler wie Rockstars verehrt wurden.

«DOK»-Film über Lara Gut um 22.55 Uhr
Um 22.55 Uhr folgt dann der thematisch passende «DOK»-Film «Laras Lauf», ein Film über Lara Gut. «DOK» hat sie ein Jahr lang begleitet – von den Vorbereitungen für die Ski-Weltmeisterschaften 2017 in St. Moritz bis zum Comeback nach einer Verletzung auf dem Höhepunkt der Karriere. Der Film zeigt eine junge Frau und herausragende Sportlerin auf der Suche nach ihrem eigenen Weg. Dabei gerät sie in ein Spannungsfeld zwischen persönlicher Erfüllung und öffentlicher Erwartung.