Ausstrahlungsdatum: Mittwoch, 21. Februar 2018, 22.25 Uhr, SRF 1
Zwei obsessive Filmemacher teilen sich die Bühne auf der diesjährigen Berlinale: der Schweizer Markus Imhoof, der 2012 mit «More Than Honey» den erfolgreichsten Schweizer Dokumentarfilm ins Kino brachte. Sein neuer Film handelt vom Umgang mit Flüchtlingen in Europa. Und der US-Amerikaner Wes Anderson mit einem Flair fürs Bunte und Schrille. Er eröffnete die Berlinale mit seinem Stop-Motion-Film «Isle of Dogs», in dem Hunde auf eine Mülldeponieinsel verbannt werden. Imhoof sowie Anderson sind Vertreter eines äusserst unterschiedlichen, noch erfolgreichen Autorenkinos, das immer seltener zu finden ist. «Kulturplatz» hat mit beiden über die Zukunft des Kinos gesprochen. Eva Wannenmacher moderiert die Sendung.
Eldorado – Markus Imhoofs Suche nach der Würde des Menschen
1981 wurde Markus Imhoof für «Das Boot ist voll», das den Umgang der Schweizer Behörden mit flüchtigen Juden im Zweiten Weltkrieg thematisiert, für den Oscar nominiert. «Heute», so Imhoof, «sind die Boote wirklich voll, geändert hat sich nichts.» Imhoofs neuer Film «Eldrorado», den er auf der Berlinale vorstellt, befasst sich erneut mit Flüchtlingen. Dieses Mal mit denen, die unter Lebensgefahr aus Afrika in überfüllten Booten versuchen, das Mittelmeer zu überqueren, um nach Europa zu gelangen. Imhoofs Haltung zur europäischen Flüchtlingspolitik ist klar: Menschwürde ist darin ein rares Gut.
Wuffwuff oder wauwau? – So tickt Wes Anderson
Kaum ein Kinokosmos ist detaillierter, modebewusster und liebevoller gestaltet als derjenige von Wes Anderson. Der texanische Autorenfilmer darf die Berlinale bereits zum zweiten Mal eröffnen. In diesem Jahr bringt er den Stop-Motion-Film «Isle of Dogs» mit, in dem Hunde um ihre Würde kämpfen. Von Kritikern gefeiert und der Branche hofiert, hat sich Anderson in Hollywood mit seiner Handschrift eine einzigartige Stellung erarbeitet. «Kulturplatz» hat den Regisseur in Zürich getroffen und mit ihm über das Leben von Hunden philosophiert.
Visionär – Neue Technologien fordern die Filmemacher heraus
Was ist die Zukunft des Films? Darüber diskutiert die Branche auf dem Filmmarkt der Berlinale. Im Zentrum stehen neue Technologien: Virtual Reality und künstliche Intelligenz. Beide stellen die Filmemacher vor Herausforderungen: Wie müssen Geschichten in einer virtuellen Welt, befreit vom Leinwandkorsett, erzählt werden? Und wer wird in Zukunft überhaupt der Autor einer Geschichte sein? Bereits jetzt analysiert künstliche Intelligenz Drehbücher – und versucht sich gar selbst als Verfasserin. Die Technologien stecken noch in den Kinderschuhen, doch sie setzen zum Sprung an.




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