Ausstrahlungsdatum: Samstag, 24. Februar 2018, 08.30 Uhr, SRF 1
Vor rund dreissig Jahren machte eine revolutionäre neue Behandlung Furore: das Cochlea-Implantat für Gehörlose. Es hat sich aber gezeigt, dass nicht alle Gehörlosen damit Erfolg haben. Zum Teil haben sie sich ganz einfach entschieden, auf diese Hörhilfe zu verzichten. Sie leben «unplugged». Eine Begegnung mit vier Gehörlosen, die sich für die Gebärdensprache und ihre Identität als Gehörlose entschieden haben.
In der Sendung begegnen die Zuschauer und Zuschauerinnen Rolf, dem ersten Gehörlosen der Schweiz mit einem Implantat, der 2006 auf den Aus-Knopf gedrückt hat, aus Wut über die Behandlung durch seine Familie, die Ärzte und die Schule, die ihn unbedingt zur Lautsprache zwingen wollten. Eine Revolte, der er damals als Slammer in Gebärdensprache Ausdruck gab. Mit seinem Freund Gaston steht er heute als Duo Mix!t auf der Bühne und macht weiterhin Rap, allerdings weniger wütend, eher als Brückenbauer zwischen Gehörlosen und Hörenden.
Samuel und seine Schwester Laurence erhielten im Alter von sechs und elf Jahren Implantate. Es ist ihnen nie gelungen, Laute zu unterscheiden und sich in Lautsprache auszudrücken. Mit 18, als sie volljährig waren, haben sie beschlossen, auf die Implantate zu verzichten. Zur grossen Enttäuschung ihres Vaters. Trotzdem haben sie ihren Weg gemacht. Laurence ist Gärtnerin, sie ist verheiratet und zieht ihre beiden Kinder auf. Samuel macht im Moment eine Mechanikerlehre.
Dimitri wuchs mit Gebärdensprache auf, bis er im Alter von zehn Jahren sein Implantat erhielt. Nach vier Jahren schaltete er es aus, um zu seiner Identität zurückzufinden. Der Identität eines Gehörlosen, der sich in Gebärdensprache ausdrückt und sich damit wohlfühlt. «Das Implantat gehört nicht zu mir, es ist kein Teil von mir», wie er selbst sagt. Jetzt denkt er gar an eine Operation, um diesen Fremdkörper endgültig loszuwerden.




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