Ausstrahlungsdatum: Donnerstag, 1. Mrz 2018, 20.05 Uhr, SRF 1

Es war ein Sonntag im August 2016, ein schwarzer Tag fr Sepp Gisler. Der 62-jhrige Urner Bergbauer strzte beim Wildheuen an einer steilen Flanke am Rophaien 300 Meter tief in den Tod. Der sechsfache Vater war ein erfahrener Wildheuer, wusste um die Gefahren bei dieser strengen Arbeit. Doch ein Restrisiko bleibt, besonders bei einer Ttigkeit fast in der Senkrechten. Nach dem Tod des Vaters fhrt nun Julia, die jngste Tochter, den Bergbauernhof auf dem Oberaxen weiter. Und auch sie wird wieder in die Wildi steigen mssen, denn es geht nicht anders. Das wertvolle Heu aus den Planggen ist die Futterbasis fr den kleinen Betrieb hoch ber dem Urnersee. Ein Film von Beat Bieri.

Die Bestrzung war gross im ganzen Kanton, als die Urner Kantonspolizei an diesem Augusttag 2016 den Unfalltod von Sepp Gisler melden musste. Unter dem Namen Axiger Sepp war der Bauer als Volksmusiker weitherum bekannt. Sepp spielte mit namhaften Musikern der Schweizer Volksmusik, und auch mit seinem Familientrio, mit Tochter Julia und Dominik, dem Sohn mit Downsyndrom an der Bassgeige.

Der Film von Beat Bieri fhrt hoch ber den Urnersee, auf den Oberaxen, hier leben die Gislers, 1000 Meter ber Meer, auf einem markanten Felsbuckel, der nur mit der Seilbahn erreichbar ist sofern der Fhn nicht wieder mal so stark wtet, dass die Kabine besser in der Station bleibt. Gewiss, der Blick ber See und Tal ist berwltigend, doch das Wirtschaften hier oben ist erschwert, da eine Strassenzufahrt fehlt. Die Klber aus der Biofleischproduktion mssen rechtzeitig zum Schlachten ins Tal transportiert werden, bevor sie zu schwer sind fr die Seilbahnfahrt. Und das ist jedes Mal eine nervenaufreibende Sache.

Sepp Gisler war an diesem Berg aufgewachsen, in frheren Jahren sogar noch ohne Seilbahn. Von Kindesbeinen an stieg er in die stotzigen Abhnge am Rophaien, die zu steil sind, um Vieh darauf weiden zu lassen. Doch als Heuwiesen lassen sie sich nutzen, wenn man Knochenarbeit und Gefahr nicht scheut. Wildheuen dies verschafft dem Oberaxen-Hof nicht nur das existentiell notwendige Futter. Durch das Wildheuen wird auch kologisch besonders wertvolles Kulturland erhalten, alpine Trockenwiesen von grosser Pflanzenpracht, die ohne gelegentlichen Schnitt bald verwalden wrden.