Ausstrahlungsdatum: Donnerstag, 8. März 2018, 20.05 Uhr, SRF 1
Das Abstimmungsresultat vom 4. März ist deutlich: Die Radio- und Fernsehgebühren werden nicht abgeschafft. Die SRG wird weiterhin umfassende audiovisuelle Inhalte für vier Sprachregionen produzieren können. Trotzdem ist die SRG im 87. Jahr ihres Bestehens durch die sogenannte No-Billag-Initiative ungewönlich stark unter Druck geraten. Der Ruf nach Reformen ist gross.
Die SRG und 34 private und lokale Radio- und Fernsehsender atmen auf. Sie erhalten weiterhin Gebühren für ihren Leistungsauftrag. Ab kommendem Jahr erhält die SRG jährlich maximal 1,2 Milliarden, um in vier Sprachen das Land mit Radio- und TV-Informationen, mit Kultur, Sport und Unterhaltung zu versorgen. Der neue SRG-Generaldirektor zeigt sich reformwillig. Er will sich den Veränderungen und den Erwartungen des Publikums stellen. Und er sieht die SRG als Teil des Schweizer Medienmarks, der stark unter Druck steht. Denn die Werbeeinnahmen für traditionelle Medien sinken. Profiteure sind internationale Grosskonzerne wie Google, YouTube oder Facebook.
Den Programmen wird zwar in Umfragen eine hohe Glaubwürdigkeit und Professionalität attestiert. Sogar von den SRG-Kritikern, und die SRG-Inhalte erreichen trotz der Digitalisierung immer noch täglich weite Teile der Bevölkerung. Aber die SRG steht in der Kritik, sie sei zu gross und nicht mehr zeitgemäss. Denn die junge Generation der unter 30-Jährigen nutzt die SRG-Angebote kaum oder gar nicht mehr. Wie soll die SRG die Herausforderung der Digitalisierung meistern? Wie wird die SRG der Zukunft aussehen? Und welche Leistungen muss sie erbringen, welche Programme gehören zum Service public?
Das Unbehagen gegenüber dem grössten Medienunternehmen der Schweiz ist nicht neu. «DOK» blickt zurück in die Geschichte der Jahrzehnte andauernden Kritik gegen die SRG. Der Film zeigt, wie rechtsbürgerliche SRG-Kritiker in den letzten Jahren von libertären Meinungsmachern und ihren radikalen Ideen ergänzt wurden.
Sie wollen der SRG den Geldhahn zudrehen und sehen den freien Markt als Lösung, auch für den Medienmarkt. Als ihr Gegner im Abstimmungskampf profilierte sich Gilles Marchand, der neue SRG-Generaldirektor aus der Westschweiz. Er kämpfte in den letzten Monaten für eine aus seiner Sicht solidarischen Schweiz, für eine SRG, die auch Filme produziert und Musik fördert, die für Minderheiten Programme herstellt. Gleichzeitig kündet er Reformen an und skizziert eine SRG, die für die gesellschaftlichen und politischen Herausforderungen der Zukunft gewappnet sein soll.




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